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Bei der Kandidatenvorstellung präsentierten sich Kieselbronns Rathauschef Heiko Faber (rechts) und sein Herausforderer Ingomar Kolonko (links) unter der Regie von Wahlleiter Philipp Kreutel.   Ketterl
Bei der Kandidatenvorstellung präsentierten sich Kieselbronns Rathauschef Heiko Faber (rechts) und sein Herausforderer Ingomar Kolonko (links) unter der Regie von Wahlleiter Philipp Kreutel. Ketterl
23.06.2017

Harmonischer Endspurt ins Rennen um Kieselbronns Rathausspitze

Kieselbronn. Wenn ein Wahltermin näherrückt, heißt es, dass der Wahlkampf in seine heiße Phase tritt. In Kieselbronn traf das am Donnerstagabend bei der Kandidatenvorstellung vor über 200 Besuchern in der Turn- und Festhalle vor allem mit Blick auf die hochsommerlichen Temperaturen zu.

Zwischen den Konkurrenten, Amtsinhaber Heiko Faber und Herausforderer Ingomar Kolonko, herrschte dagegen in den meisten Fragen Einigkeit. Schließlich bescheinigt der Kieselbronner Gastronomie-Experte Kolonko dem Rathauschef Faber, er habe in seinen bisherigen 16 Amtsjahren „einen tollen Job gemacht“. Mehr als ein Kieselbronner wollte deshalb von Kolonko wissen, was er anders und besser als Faber machen wolle. Der 55-Jährige will in vielem auf dem aufbauen, was Kieselbronns Verwaltung für den Ort tue. Ansonsten gehe es ihm darum, gemeinsam mit den Bürgern wieder mehr Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort zu schaffen. Zwischen Jung und Alt etwa.

Der 45-jährige Heiko Faber streicht gerade das Miteinander als besonderes Kennzeichen Kieselbronns heraus. In seiner Vorstellung zog er Bilanz seiner Bürgermeisterjahre: Vom Ausbau der Kinderbetreuung, über den Jugendraum beim Bauhof, die Errichtung des Pflegeheims im Ort, die Investitionen in den alten Ortskern – mit hohen Zuschüssen von Bund und Land bis hin zur Weichenstellung für ein künftiges gemeinsames Gewerbegebiet mit Neulingen und Ölbronn-Dürrn, um der Gemeinde Einnahmen zu sichern und den Firmen die Chance zu wachsen zu geben. Als weitere wichtige Zukunftsaufgaben nannte er die Strukturen für schnelleres Internet in der Gemeinde, an denen man auf Kreisebene arbeite, und Perspektiven für junge Hausärzte, wenn in einigen Jahren Praxen übergeben werden müssen.

Fragen nach dem Plan B

Ingomar Kolonko stellte den Bürgern sich selbst vor allem als Person näher vor. Er zeichnete seine Laufbahn nach von einer Handwerksausbildung bis zur Karriere in der Gastronomie, die ihn immer wieder auch ins Ausland führt – etwa bei der Leitung eines Hotels in Costa Rica. Heute ist er als Berater für einen Gewürzhersteller tätig. Er beschrieb Erfahrungen mit der Organisation großer Veranstaltungen auch in Vereinen und seine Fähigkeit, sich schnell in neue Herausforderungen einzuarbeiten. Das wolle im Bürgermeisteramt erneut beweisen. Ziele seien die Nähe zu den Bürgern, schnelles Internet oder freies WLan und Veranstaltungen, die Jung und Alt zusammenbringen.

Bei vielen Fragen wie bei der Gewerbeentwicklung oder der Ärztesituation schloss er sich Fabers Vorstellungen an. Widerspruch erntete Kolonko dagegen vom Amtsinhaber, als er die Idee skizzierte, öffentliche Räume Vereinen einmal jährlich kostenlos zur Verfügung zu stellen. Faber erwiderte, dass bereits heute immer wieder Gebühren für besondere Veranstaltungen gesenkt oder erlassen würden. Ansonsten sei es Pflicht einer Gemeinde, ihre Kosten über Entgelte zu decken. Denn sonst müsste die Allgemeinheit dafür geradestehen. Ein Kieselbronner fragte beide Kandidaten, was sie im Falle einer Wahlniederlage machen würden. Heiko Faber sagte ganz klar, er setze voll auf das Bürgermeisteramt in Kieselbronn: „Ich habe keinen Plan B.“ Einen solchen hat Ingomar Kolonko. Er könne weiter in seinem Beruf arbeiten. Zum anderen könne er sich dann vorstellen, als Gemeinderat zu kandidieren, um sich für seinen Heimatort einzusetzen.

So läuft Kieselbronns Wahltag am 2. Juli

Die Entscheidung darüber, wer die Verwaltungsgeschäfte in der Gemeinde leitet, können rund 2450 Kieselbronner am Sonntag, 2. Juli, fällen – nämlich alle Bürger ab 16 Jahren. Am Wahltag haben von acht Uhr bis 18 Uhr die Wahllokale im Kronenschulhaus und in der Turn- und Festhalle geöffnet. Um die Wahl zu gewinnen, braucht ein Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen. Bei zwei Bewerbern ist es unwahrscheinlich, dass beide dieses Ziel verfehlen und ein zweiter Wahlgang nötig ist, in dem dann dem Sieger die einfache Mehrheit reichen würde. Wahlleiter Philipp Kreutel, der zugleich Hauptamtsleiter der Gemeinde Kieselbronn ist, rechnet damit, dass die Stimmen am 2. Juli schon bis gegen 18.30 Uhr ausgezählt sein könnten. Das Ergebnis wird dann in der Turn- und Festhalle bekanntgegeben.