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Ein zweiter Stamm? Ein Ast, der zum Boden wächst? Auch PZ-Leser Gunther Drehsen hat im vergangenen April auf dem Betzenbuckel ein kurioses Gewächs fotografiert und der Redaktion nach dem PZ-Aufruf in dieser Woche zugesandt.
Ein zweiter Stamm? Ein Ast, der zum Boden wächst? Auch PZ-Leser Gunther Drehsen hat im vergangenen April auf dem Betzenbuckel ein kurioses Gewächs fotografiert und der Redaktion nach dem PZ-Aufruf in dieser Woche zugesandt.
12.01.2018

Heimatstark: Allerhand Geschichten auf dem Buckel

Eigentlich wollte Bernd Nicklas „Heimatstark“ auf dem Betzenbuckel nur die alte Forche zeigen, die als Fotomotiv bei Wanderern und Spaziergängern weithin bekannt war und jetzt von Sturmtief „Burglind“ gefällt wurde – doch dann wurde es zu einem spannenden Ausflug in die Heimatgeschichte. Die Anhöhe zwischen Friolzheim und Heimsheim bietet nicht nur eine atemberaubend schöne Heidelandschaft, sondern auch allerhand unterhaltsame Geschichte und Geschichten – von Römern und RAF, von Schafen und Steinbrüchen oder von Autowracks und Abstürzen.

Auf der Kuppe des betzenbuckels ist der Obere Muschelkalk oft nur von wenigen Zentimetern Boden bedeckt. Hier wachsen unter anderem Silberdisteln und sogar drei Orchideen-Arten. Die heideähnliche Landschaft mit ihrem Halbtrockenrasen, losem Baumbestand, sowie Büschen und Hecken eignet sich eigentlich nur als Schafweide. 1968 wurde wieder mit der Koppelschafhaltung begonnen.

Den gemeinsamen Schafstall auf dem Berg haben Heimsheim und Friolzheim 1984 errichtet. Der letzte hauptberufliche Schäfer im Enzkreis kümmert sich hier um eine Herde von rund 500 Tieren. Seinen Namen hat der Betzenbuckel laut Bernd Nicklas von den „Betzen“: „So werden die langen geraden Stangen der Haselnusssträucher genannt.“ Aufgetaucht sei dieser Name aber erst in der Württembergischen Flurkarte von 1831. „Davor hieß das Gebiet in den Lagerbüchern und Karten Demberg“, so Nicklas. Das komme von Dehmen – einer früheren Abgabe für die Schweinemast im Wald mit Eicheln, Bucheckern oder Haselnüssen. Seine landschaftlichen Reize und der weite Ausblick übers Heckengäu machten den Betzenbuckel früh zum beliebten Naherholungsgebiet.

Weil aber alle mit dem Auto raus wollten in die Natur, wurden 1963 sämtliche Zufahrten – unter anderem der Heimsheimer Weg von Friolzheim her, der lange Zeit die wichtigste Verbindung zwischen den Orten war – auf den Betzenbuckel gesperrt.

Ein Wanderparkplatz an der Straße von Friolzheim nach Heimsheim wurde eingerichtet.

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