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Der Marktplatz von Heimsheim wird sich nach der Stadtkernentwicklung mit einem neuen Gesicht präsentieren und mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger bieten. Auch die Verkehrsführung wird eine andere sein.  Foto: Varszegi 

Heimsheim möchte Verkehr neu organisieren: Gemeinderat beschäftigt sich mit alternativer Planung

Wenn die Heimsheimer Stadtkernentwicklung abgeschlossen ist, werden die Hauptstraße und die Pforzheimer Straße in der Schleglerstadt ganz anders aussehen und besonders für Fußgänger von Vorteil sein. Auch die Verkehrsplanung in der Stadtmitte und die Verkehrsführung in den Nebenstraßen im Stadtkern wird eine andere sein. All dies soll für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.

Heimsheim. Auch eine Tiefgarage wird es geben, ebenso barrierefreie Bushaltestellen. Dies alles präsentierte Projektingenieur Aaron Fischer vom Ingenieurbüro Klinger und Partner am Montagabend dem Gemeinderat. „Die Planungen sind nicht nur sehr gut. Sie sind brillant“, lobte Martin Häcker (BfH) und hatte die Fußgänger vor Augen. Voll des Lobes war auch die BfH-Fraktionsvorsitzende Gaby Wulff: „Ich bin begeistert. Es ist phänomenal gelöst. Der Mehrwert liegt in mehr Aufenthaltsqualität.“ Kritische Stimmen kamen indes von der CDU. „Es kann nicht sein, dass man zum Brötchenholen in die Tiefgarage fahren muss. Dies macht niemand“, monierte Ralf Rüth. Auch die Verlegung der Bushaltestellen mit den angedachten Lösungen missfielen ihm.

„Es wird insgesamt mehr Stellplätze als im bisherigen Bestand geben“, betonte Andor Varszegi vom städtischen Bauamt. Auch sei nicht klar, wo der Bäcker später ansässig sei. „Die Fußgänger stehen im Vordergrund“, freute sich Rolf Vetter (SPD).

Und so sehen die Planungen und Vorhaben aus: Künftig sollen im Stadtkern die Fahrbahnbreiten reduziert werden. Vorgesehen ist auch eine Querschnittsaufteilung mit Schutzstreifen. Denn erhöhen möchte man die Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger. Auch sollen Flächen für Fuß- und Radverkehr ausgeweitet werden und barrierefreie Bushaltestellen entstehen. Die Haltestellen werden in Marktplatznähe gebündelt.

Wegfallen soll die Linksabbiegerspur im Stadtzentrum. Angedacht ist ein einseitiger Schutzstreifen für Radfahrer. Mehr Fläche wird durch Gebäudeabbrüche entstehen und auch die Sichtverhältnisse will man verbessern und deutlich mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger bieten. Reduzieren will man nicht nur Fahrbahnbreiten, sondern auch den Einmündungsbereich. Vergrößert wird indes der Marktplatz, der für Autos weitgehend tabu ist. Für diese soll es eine Tiefgarage geben. Verbinden möchte man die Brunnenstraße mit der Bädergasse. Dort ist eine neue Ringstraße mit Verkehr in nur einer Richtung vorgesehen. Wegfallen soll künftig der Minikreisel. Geplant sind auch neue Fußwegverbindungen, acht öffentliche Parkplätze an der Ringstraße und fünf am Mühlweg. Falls nötig und der Grunderwerb gelingt, sind weitere Parkplätze vorgesehen.

„Die Hausaufgaben aus der Klausurtagung wurden gut erfasst und gemacht“, so Bürgermeister Jürgen Troll. Gegen die Pläne stimmte die CDU-Fraktion und Ulrich Meeh von der Unabhängigen Wählvereinigung.