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14.07.2018

Heimsheim will weg vom Pestizid-Einsatz

Heimsheim. Im Heimsheimer Gemeinderat hat die BfH-Fraktion mit Unterstützung der SPD-Fraktion einen Antrag zur Umsetzung einer pestizidfreien Kommune gestellt. Gemeinderat Martin Häcker (BfH) stellte dem Gremium das Vorhaben vor. Vorgeschlagen wurde, auf allen kommunalen Flächen auf chemisch-synthetische Pestizide zu verzichten. Auch private Dienstleistungsunternehmen sollen bei der Pflege öffentlicher Flächen dazu verpflichtet werden. Außerdem sollen Bienen- und insektenfreundliche Blühflächen initiiert werden und die Bürger über die Bedeutung von Biodiversität informiert und Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern und giftfreie Maßnahmen aufgezeigt werden.

Landwirte ins Boot holen

Nicht einig war sich das Gremium bei der Forderung, auch bei der Verpachtung kommunaler Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung ein Verbot von Pestiziden zu verankern und bestehende Pachtverträge entsprechend anzupassen. „Wir stehen voll dahinter, nur nicht mit dem Weg“, sagte Gemeinderat Uwe Braun (CDU). Ihm fehlte eine Karte, auf der die kommunalen Flächen, die teilweise nur schmale Streifen sind und inmitten von Ackern liegen, aufgezeigt sind, so dass auch über möglichen Flächentausch nachgedacht werden kann. Die CDU Fraktion wollte aber vor allem die Landwirte mit im Boot haben.

Gemeinderat Ralf Rüth (CDU) hatte im Vorfeld der Sitzung Kontakt zu den Landwirten aufgenommen. „Keiner hat gesagt, dass er dagegen ist“, erklärte Rüth. Offenbar komme Glyphosat sowieso nicht zum Einsatz. Allerdings fehlen den Landwirten bislang die Gerätschaften zur biologischen Behandlung. Rüth beantragte, einen runden Tisch mit den Landwirten, um die Thematik zu besprechen und Lösungen zu suchen. Er plädierte dafür, erst danach über den Antrag der BfH-Fraktion zu entscheiden.

Problem bei Verpachtung

Bürgermeister Jürgen Troll hielt fest, dass sich das Gremium im Grundsatz einig sei. Er schlug vor, über das Pestizidverbot bei der Verpachtung kommunaler Flächen heute noch nicht zu entscheiden, um sich zuvor mit den Landwirten abzustimmen. „Wenn wir mit den Landwirten zu keiner Einigung kommen sollten, haben wir sie wenigstens gefragt“, sagte Gemeinderat Rüth. „Und dann kommt dieser Punkt erneut auf die Tagesordnung.“

Bei der Forderung bezüglich der kommunalen Flächen, schlug Troll eine Ergänzung vor, so dass damit zunächst nur die nicht verpachteten kommunalen Flächen betroffen sind. Mit diesen Änderungen in der Beschlussvorlage war sich das Gremium zuletzt einig, sich auf den Weg zur pestizidfreien Kommune zu machen.