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© Ketterl
27.05.2016

Heimsheimer JVA: Handys eingeschleust - Selfie ins Netz gestellt

Heimsheim. Ganz schön frech: Im Gefängnis Heimsheim haben Häftlinge Fotos mit eingeschmuggelten Mobiltelefonen gemacht und wohl zumindest eines im Internet veröffentlicht. Eine Sprecherin des Justizministeriums in Stuttgart bestätigte "Bild.de": „Derzeit gehen wir davon aus, dass zumindest ein Foto im sozialen Netzwerk Facebook gepostet wurde.“

In Haftanstalten sind Handys generell verboten. Die Anstaltsleitung in Heimsheim lasse derzeit nach den eingeschmuggelten Geräten suchen, so das Ministerium. Bereits im vergangenen Sommer machte die Justizvollzugsanstalt in Heimsheim Schlagzeilen, weil Unbekannte mit einer Drohne vier Mobiltelefone in die Haftanstalt schmuggeln wollten. Das Fluggerät stürzte damals aber vor den Gefängnismauern ab.

Offenbar können Gefängnisbeamte nur wenig gegen den Schmuggel ausrichten. Hunderte Handys sind in den vergangenen Jahren in baden-württembergische Haftanstalten eingeschleust worden. Allein im Jahr 2015 wurden 429 Mobiltelefone sichergestellt, wie das Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mitteilte. 2014 waren es 366. Im laufenden Jahr entdeckten die Beamten bislang 110 Handys in Gefängnissen. Da die Telefone immer kleiner werden, können sie am Körper und in Körperöffnungen versteckt werden. Wie die Häftlinge im Heimsheimer Fall an die Geräte kamen, war noch nicht bekannt. Die Anstaltsleitung versuchte am Freitag, die Handys zu orten. Mehrere Hafträume seien durchsucht worden, hieß es. Wie der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten, Alexander Schmid, sagte, seien Handys neben Drogen eine begehrte Schmuggelware. Lösen lasse sich das Problem nicht. Einige Gefängnisse hätten „Mobifinder“ angeschafft, um Funksignale zu orten. dpa/rst

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