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In seinem Eigenheim am Flachter Pfad genoss der Heimsheimer Alt-Bürgermeister Karl Schuler seinen Lebensabend. Jetzt ist er 94-jährig gestorben. Foto: PZ-Archiv
In seinem Eigenheim am Flachter Pfad genoss der Heimsheimer Alt-Bürgermeister Karl Schuler seinen Lebensabend. Jetzt ist er 94-jährig gestorben. Foto: PZ-Archiv
19.10.2015

Heimsheims Wiederaufbau stark geprägt: Karl Schule gestorben

Die Nachkriegsgeschichte Heimsheims trägt vor allem einen Namen – Karl Schuler. Jetzt ist der Mann, der als Bürgermeister zwischen 1948 und 1973 an der Spitze der Schleglerstadt stand, im Alter von 94 Jahren gestorben.

Für seine vielfältigen Verdienste um das Gemeinwohl, auch in zahlreichen anderen Funktionen, ist ihm bereits zu seinem 75. Geburtstag das Ehrenbürgerrecht verliehen worden. Er hinterlässt neben seiner Ehefrau Hilde, zwei Töchter, sowie Enkel und Urenkel.

„Der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt ist für immer und untrennbar mit Karl Schuler verbunden“, würdigt der aktuelle Rathaus Jürgen Troll, der sein dritter Nachfolger ist, die Verdienste des Verstorbenen. Schon vor Schulers erster Wahl zum Stadtoberhaupt im März 1948 kannte er sich in der heutigen Grenzstadt des Enzkreises zum Kreis Böblingen bestens aus. Schließlich war er bereits drei Jahre zuvor als 24-Jähriger vom damaligen Leonberger Landrat mit der Neuorganisation der Stadtverwaltung betraut worden.

Was gerade heute aktuell ist, meisterte der Verwaltungschef der Schleglerstadt souverän: die Unterbringung von Flüchtlingen. Allein zwischen September 1949 und März 1951 verdreifachte sich die Zahl der aufgenommenen Menschen von 20 auf 61. Im Januar 1963 befanden sich 347 Vertriebene, so der damalige Sprachgebrauch, in Heimsheim. Insgesamt stieg in dieser Zeit die Gesamteinwohnerzahl auch durch andere Zuzüge von 1154 auf 2087. „Trotz der anfänglichen Skepsis gegenüber den Neuankömmlingen trugen diese mit zu dem seit den 1950er-Jahren einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung bei“, heißt es in der Chronik der Stadt.

Bürgermeister Jürgen Troll ordnete zu Ehren Karl Schulers Trauerbeflaggung an. Die Trauerfeier findet am Mittwoch um 14 Uhr auf dem Heimsheimer Friedhof statt. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.