nach oben
Unter dem wachsamen Blick vom CDU-Bundestagskandidaten für den Kreis Calw, Hans-Joachim Fuchtel (links), und Matthias Leyn (rechts) hat sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ins Goldene Buch der Gemeinde eingetragen. Foto: Falk
Unter dem wachsamen Blick vom CDU-Bundestagskandidaten für den Kreis Calw, Hans-Joachim Fuchtel (links), und Matthias Leyn (rechts) hat sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ins Goldene Buch der Gemeinde eingetragen. Foto: Falk
Über Chancen und Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum haben diskutiert (von links): der Geschäftsführer des Berufsförderungswerks, Klaus Krebs, der ärztliche Direktor des Reha-Zentrums, Johannes Eckard Sträßner, der Vorsitzende des Vereins „Menschen helfen Menschen“, Martin Wurster, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Schömbergs Rathaus-Chef Matthias Leyn diskutiert. Moderiert wurde die Runde im Schömberger Reha-Zentrum der Schwarzwaldklinik vom Leiter des Regional-Ressorts bei der „Pforzheimer Zeitung“, Alexander Heilemann. Foto: Falk
Über Chancen und Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum haben diskutiert (von links): der Geschäftsführer des Berufsförderungswerks, Klaus Krebs, der ärztliche Direktor des Reha-Zentrums, Johannes Eckard Sträßner, der Vorsitzende des Vereins „Menschen helfen Menschen“, Martin Wurster, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Schömbergs Rathaus-Chef Matthias Leyn diskutiert. Moderiert wurde die Runde im Schömberger Reha-Zentrum der Schwarzwaldklinik vom Leiter des Regional-Ressorts bei der „Pforzheimer Zeitung“, Alexander Heilemann. Foto: Falk
Volles Haus: Neben geladenen Gästen – darunter viele Mediziner aus der Region – interessierten sich auch einige Schömberger für die Diskussionsrunde mit dem CDU-Minister im Kinosaal des Reha-Zentrums.Foto: Falk
Volles Haus: Neben geladenen Gästen – darunter viele Mediziner aus der Region – interessierten sich auch einige Schömberger für die Diskussionsrunde mit dem CDU-Minister im Kinosaal des Reha-Zentrums.Foto: Falk
30.08.2017

Hermann Gröhe in Schömberg:.Rezepte gegen Ärztemangel

Schömberg. Für Hermann Gröhe ist eines fundamental wichtig: Dass jeder Mensch in der Bundesrepublik, der medizinische Versorgung brauche, diese auch bekomme. Das hat der Bundesgesundheitsminister bei seinem gestrigen Besuch im Reha-Zentrum der Schwarzwaldklinik in Schömberg betont. Dieser Grundsatz gelte unabhängig davon, was der Patient verdiene oder wo er wohne.

Über Letzteres, also die Gewährleistung einer ausreichenden medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, hat der CDU-Minister mit Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn, dem Vorsitzenden des Schömberger Vereins „Menschen helfen Menschen“, Martin Wurster, sowie Klaus Krebs, Geschäftsführer des Berufsförderungswerks, und Johannes Eckard Sträßner, dem ärztlichen Direktor des Reha-Zentrums, diskutiert. Moderiert wurde die Runde von dem Leiter des Regional-Ressorts der „Pforzheimer Zeitung“, Alexander Heilemann.

Eine Frage, die auch eine Gemeinde wie Schömberg – am Rande des Landkreises Calw gelegen – immer wieder beschäftigt, ist der Einfluss der Ärztequote in den weit entfernten, großen Kreisstädten auf die Beurteilung der Lage vor Ort. „Wir kommen nicht umhin, diese Knotenpunkte in der Bedarfsplanung zu berücksichtigen“, sagte Gröhe. Geprüft werden müsse aber immer, wie dies gerecht geschehen könne.

Auch Rathaus-Chef Leyn ahnt, was einmal auf seine Gemeinde zukommen könnte: „Im Moment haben wir scheinbar eine ausreichende, hausärztliche Versorgung.“ Aber, so der Schultes weiter: „Viele Mediziner stehen kurz vor der Rente.“

Martin Wurster von „Menschen helfen Menschen“, der selbst im Rollstuhl sitzt, sprach das Lebensgefühl der Menschen an, die auf umständlichen Wegen und auf öffentliche Verbindungen angewiesen zu weit entfernten Ärzten fahren müssen. Sein Plädoyer: „Die Menschen auf dem Land müssen gut alt werden können.“

Dazu, so Gröhe, müsse man die Bewohner des ländlichen Raums am medizinischen Fortschritt teilhaben lassen: „Wir müssen Fachwissen in die Breite tragen.“ Das sei nicht nur Aufgabe des Gesundheitsministeriums, sondern auch der Bildungspolitik, etwa bei der Schaffung von mehr Studienplätzen für Mediziner. Ebenso wichtig sei das Thema Breitbandausbau. Eine bessere Vernetzung der Ärzte – in der Gröhe große Chancen sieht – gelinge nur so.

„Eine Landarztquote allein reicht bei Weitem nicht aus“, sagte ein Notarzt aus dem Publikum: „Wir müssen die Strukturen auf dem Land so schaffen, dass junge Mediziner gerne dort hingehen.“ Das sei zwar keine Garantie zur Lösung des Problems, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung.