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Auch Eltern und Freunde waren zu der Veranstaltung gekommen, um die Jugendlichen zum Ausbildungsabschluss zu beglückwünschen. Foto: Bischoff-Krappel
Auch Eltern und Freunde waren zu der Veranstaltung gekommen, um die Jugendlichen zum Ausbildungsabschluss zu beglückwünschen. Foto: Bischoff-Krappel
23.02.2019

Hier lernen Jugendliche, wie sie Freunden in schwierigen Lebenslagen helfen können

Mühlacker/Pforzheim. Dieses Projekt ist ein echter Erfolg - vor allem für die teilnehmenden Jugendlichen. Nach dem erfolgreichen Start der "Freundschaftscoach"-Ausbildungen in Mühlacker, wird es nun ausgeweitet: auf Pforzheim.

Man kann es sich gut vorstellen, dass Jugendliche Walter Nitsche ihr Herz öffnen. Wertschätzend und respektvoll ist der Umgang des 66-Jährigen mit seinen Mitmenschen. Und dieser Geist hat auch die unter Federführung von Nitsche entwickelte Ausbildung zum Freundschaftscoach geprägt, für die am vergangenen Samstag in den Räumlichkeiten der Süddeutschen Gemeinschaft Mühlacker die Zertifikatsübergabe erfolgte.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, zur Persönlichkeitsreifung von Jugendlichen beizutragen und sie in ihrer Beziehungs- und Konfliktlösungsfähigkeit zu stärken“, so Nitsche in seiner Ansprache. „Nur wer seine inneren Blockaden kennt, wird fähig, Anderen in schwierigen Lebenslagen zu helfen.“ Für ihn sei es eine große Ermutigung, dass alle Teilnehmer die Ausbildung durchgehalten hätten. An dem Kooperationsprojekt des Vereins „miteinanderleben“ und des Förderkreises für Jugendcoaching der Arbeitsgemeinschaft seelsorglicher Berater (AsB) haben an den Standorten Illingen und Mühlacker rund dreißig junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren teilgenommen. Dabei setzten sich die Jugendlichen in zehn mehrstündigen Seminaren mit dem Themenkomplex „Beziehungen“ sowie dem Umgang mit seelischem Schmerz, Süchten und Essstörungen auseinander.

„Mein Dank gilt heute insbesondere den Teilnehmern“, stellte Norbert Bogner, Geschäftsführer von „miteinanderleben“ heraus. „In unserer schnelllebigen Zeit habt ihr euch Zeit genommen, euch von Angesicht zu Angesicht mit dem Thema Beziehungen auseinanderzusetzen“.

Vera Müller, Leiterin des Illinger Jugendhauses, meinte: „Mit dieser Ausbildung ist etwas Großartiges geglückt: Jugendliche können ihren Freunden nun in schwierigen Lebenslagen auf Augenhöhe helfen.“

Das bestätigte der 22-jährige, frisch gebackene Freundschaftscoach Robin Köhler: „Ich habe viel über die unterschiedlichen Menschentypen gelernt und kann nun einfacher mit ihnen umgehen.“ Und wer weiß? Vielleicht gehört Robin zu denjenigen Teilnehmern, die ab September mit dem Trainer-Seminar weitermachen und dann selbst an der Ausbildung zum Freundschaftscoach mitwirken können.

Die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ unterstützt die Ausbildung zum Freundschaftscoach über einen Zeitraum von zwei Jahren mit jeweils 5 000 Euro. Damit wird unter anderem die Ausweitung des Projekts ermöglicht. Auch die Sparkasse Pforzheim-Calw hat die Ausbildung mit 8500 Euro unterstützt. Im April soll in Pforzheim ein neuer Freundschaftscoach-Kurs starten. Anmeldungen sind unter www.freundschaftscoach.de oder info@freundschaftscoach.de möglich.