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Aus Bambus gewoben sind die Tücher, die Gabriele Schenke von einer Manufaktur aus Nepal bezieht.
Aus Bambus gewoben sind die Tücher, die Gabriele Schenke von einer Manufaktur aus Nepal bezieht.
06.05.2016

Hilfe auf dem Dach der Welt: Für Gabriele Schenke aus Weiler sind Frauen in Nepal Partnerinnen

Mühlbachstraße 9 in Weiler, ebenerdig ein Bio-Geschäft, die Treppe hoch, die Tür geöffnet, erstes Zimmer links – der kleine Ausstellungsraum, das anschließende Atelier. Hier ist das ureigenste Reich von Gabriele Schenke inmitten das von außen unspektakulären Hauses, innen aufgebrochen, luftig, geschmackvoll, stilsicher.

Für den Fotografen steckt die 59-Jährige Kopf und Hände durch aufgehängte Schals. „Bambus“, sagt die selbstständige Filz-Künstlerin, Designerin und nebenbei Dozentin an der Volkshochschule, „das habe ich sonst noch nirgendwo gesehen“. Weich fühlt er sich an, der Stoff, die Faser aus China, hergestellt auf indischen Strickmaschinen in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, und schadstofffrei gefärbt, wie sich beeilt, zu versichern. Gefertigt in einer Manufaktur auf dem „Dach der Welt“, deren Menschen Schenke seit vielen Jahren ans Herz gewachsen sind.

Wie jeder, der eine Affinität zu dem Land im Himalaya hat, hörte sie mit Bangen die Nachrichten vom verheerenden Beben, das Nepal erschütterte, Häuser in Städten und Dörfern zusammenkrachen ließ – ein Jahr ist das her. Und schon wieder aus dem Gedächtnis des von Nachrichten übersättigten Publikums verschwunden. Nicht so bei der in Pforzheim aufgewachsenen und erst in Remchingen, nun in Weiler lebenden Gabriele Schenke. Zweimal war sie seit dem Beben im April vergangenen Jahres wieder in Kathmandu, das erste Mal kurz nach dem Monsun, der die Trümmerwüste zwei Monate lang in eine Schlamm-Landschaft verwandelte, das zweite Mal vor eineinhalb Monaten. Mittlerweile arbeitet sie nicht nur mit einer Manufaktur, in der rund zwei Dutzend Nepalesinnen beschäftigt sind – die Frauen fertigen künstlerisch hochwertiges Papier, verarbeiten Filz und Baumwolle nach Schenkes Design-Vorgaben, sondern einer zweiten Manufaktur. Hier entstehen Tücher aus Kaschmir – und eben Bambus. Vertrieben werden die Produkte in mehreren Geschäften in Pforzheim – wie „Form und Spiel“, „vitra“ und „Stoffwechsel“ beziehungsweise in ihrem Atelier in Weiler.

Sehnsüchtig wartet Gabriele Schenke auf eine schon vor zwei Monaten anvisierte Lieferung der von ihr designten und in Kathmandu gefertigten Produkte – die würde sie gerne zusätzlich beim Frühjahrsmarkt am Samstag, 7. Mai, in der Burghalde in Bad Liebenzell-Unterlengenhardt, präsentieren. Mehr Informationen im Internet unter: www.filz-g-schenke.de