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Der Karlsbader Verein „Sprung ins Leben“, hier von links beim Aktionstag 2019 Philippa Mund, Hanna Prautsch, Patricia Penaherrera aus Ecuador und Isabel Kleitsch, unterstützt im Andenland Kinder, die Prothesen benötigen. Archiv foto: Weber 

Hilfe aus Karlsbad für verletzte Kinder in Ecuador

Karlsbad. „Das Ziel unseres vor zwölf Jahren gegründeten Vereins ‚Sprung ins Leben – Salto hacia la Vida‘ war von Anfang an, Kindern aus sehr ärmlichen Verhältnisse in Ecuador mit amputierten Beinen und Armen Prothesen zu finanzieren. Sie sollen am Leben teilhaben können“, so die Gründungsvorsitzende, Philippa Mund, die zusammen mit ihrer Stellvertreterin Isabell Kleitsch die Initiative steuert, die heute bundesweit rund 130 Mitglieder zählt. Knapp 300.000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Verkaufsaktionen oder durchs Benefiztheater des Karlsbader Scheinwerfer-Ensembles, kamen bisher zusammen.

Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen im Veranstaltungsbereich fallen allerdings aktuell Einnahmequellen aus.

Philippa Mund hatte sich als 19-Jährige vor rund zwölf Jahren im Kinderkrankenhaus in Quito, der Hauptstadt von Ecuador, ehrenamtlich engagiert. „Was ich dort an Leid, gerade bei Kindern mit abgerissenen Beinen erlebt habe, war unbeschreiblich. Aufgrund der sehr ärmlichen Verhältnisse der Eltern aus dem ländlichen Raum haben sehr viele keine Chance auf ein mobiles Leben“, so die Initiatorin. Ein Grund für schwere Verletzungen an den Gliedmaßen sei, dass Kinder in einfachsten Unterkünften oft mit Starkstromleitungen in Kontakt kämen. Aber auch schwere Autounfälle oder genetische Defekte spielten eine Rolle. Daneben führten wohl auch Chemikalien in Bananenanbaugebiet zu Fehlbildungen.

Prothesen- und Orthesenversorgung ist in Ecuador sehr teuer, die staatliche Krankenversicherung deckt nur einen Basisbetrag ab. Wo die Not am größten ist, unterstützt die Karlsbader Initiative in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hemano Miguel in Ecuador vor Ort. 58 Kindern konnte man so bisher mit Prothesen oder Orthesen für Beine oder Arme helfen. „Wir begleiten die Maßnahmen bis zum 18. Lebensjahr und finanzieren so auch die Anpassungen und orthopädische Betreuung“, so Mund. Wichtig sei, dass die Familien durch einen kleinen Beitrag eng eingebunden werden. Mit Patricia Penaherrera hat „Sprung ins Leben“ vor Ort von Anfang an eine befreundete Koordinatorin.

Der Verein im Internet: www.sprunginsleben.de