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Holt sich Hilfe aus der Politik ins Boot, beziehungsweise in den Bus: Gisela Volz mit Thomas Blenke (links) und Klaus Mack.  Foto: Büro Mack 

Hilferuf der Busunternehmer: Branche kämpft mit Protestaktion im Kreis Calw gegen Mehrkosten beim Diesel

Bad Wildbad. Aus Protest gegen die Rekordspritpreise stehen an diesem Mittwoch, 11. Mai, im Kreis Calw die Busse still. Wie sehr der gesamte ÖPNV in der aktuellen Lage bedroht ist, zeigt Gisela Volz (Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw) im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Klaus Mack, und seinem Landtagskollegen Thomas Blenke auf.

Kreis Calw. Auf der Tankrechnung sieht Gisela Volz schwarz auf weiß, welche Auswirkungen die hohen Dieselpreise auf Busunternehmen haben. Allein für ihren Betrieb geht sie von gut 280 000 Euro Mehrkosten in diesem Jahr aus. „Damit hat keiner gerechnet, das ist in keiner Kalkulation drin und ein Ende für niemanden absehbar“, sagt Volz. Sie bringt die Sorgen einer ganzen Branche im Gespräch mit Mack und Blenke auf den Punkt: „Die Mehrkosten führen zu steigenden Ticketpreisen, und dass Unternehmen den Linienbetrieb einstellen könnten.“

Das sei eine Gefahr für den ganzen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sagt Mack: „Es gilt dringend, die Schlüsselbranchen im Bereich Transport zu unterstützen. Die Bundesregierung hat das bislang nicht ausreichend getan.“

Eine mögliche Hilfe verspricht sich Volz in der Einführung eines ÖPNV-Diesels, ähnlich dem Modell, das der Güterverkehr als Gewerbediesel bezeichnet. Die Idee: Die Regierung erstattet entsprechenden Betrieben die Energiesteuern. „Der Umbau der Busflotten auf alternative Antriebsformen zum Diesel wird noch viele Jahre dauern. Eine Entlastung brauchen wir aber jetzt“, sagt Volz.

Eine steuerliche Unterstützung für die Busbranche sieht auch Blenke als Lösungsansatz in der aktuellen Situation: „Denn die Energiepreise selbst werden so schnell nicht sinken. In dem Markt steckt viel Spekulation, die das Niveau bewusst hochhält.“ Das geplante Neun-Euro-Ticket bringe in seinen Augen mehr Kosten als Chancen. Die Busbranche brauche eine langfristige Perspektive, um wirtschaftlich agieren zu können. Und Mack ergänzt: „Ein Aus für den ÖPNV trifft alle – vom Schüler über den Rentner bis zum Berufspendler.“