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Angekommen in Idlib sind die Spenden aus Dietlingen. Diese wurden von der Organisation Ikram verteilt.  Foto: Privat 

Hilfstransport trotz Corona angekommen: Dietlinger Aktion war erfolgreich

Keltern-Dietlingen. Der Arbeitskreis Flüchtlinge Keltern und die evangelische Kirchengemeinde Keltern-Dietlingen hatten im Februar mit viel Engagement eine Hilfsaktion für Menschen in der syrischen Region Idlib durchgeführt. Kaum war die Aktion auf den Weg gebracht worden, verbreitete sich in Europa und im Mittelmeerraum Corona. Die bange Frage war nun, ob der Hilfstransport trotz Pandemie sein Ziel erreichen konnte. Ja, sagt Stefan Vetter vom Arbeitskreis Flüchtlinge und der evangelischen Kirchengemeinde aus Dietlingen.

Zwar habe das alles sehr viel länger gedauert, als eigentlich gedacht. Aber man habe Glück im Unglück gehabt. Es habe sich als zweckdienlich erwiesen, dass der Transport von der Nordsee aus per Schiff in Richtung Türkei ging. Und nicht etwa in Italien festsaß. Vetter berichtet: „Verteilt auf zwei Container gingen die Hilfsgüter am 9. und 23. März auf eine lange Reise per Schiff von Hamburg nach Mersin in der Türkei und von dort per Lastwagen bis zur syrischen Grenze. Nach erneutem Umladen kam die Lieferung dann nach Sarmada in der Region Idlib in das Lager der Hilfsorganisation Ikram.“ Zuerst habe man befürchten müssen, dass aufgrund der verschärften Entwicklung im Bürgerkriegsland die Uno nicht weiterarbeiten könne. Das hätte zur Folge gehabt, so Vetter, dass sich auch die Hilfsorganisationen aus Sicherheitsgründen hätten zurückziehen müssen.

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In Dietlingen gesammelt worden waren 18 Paletten mit medizinischen Hilfsgütern, Decken, Zelten, warmer Kleidung, Schulbedarf und sechs Nähmaschinen. Außerdem wurden 7000 Euro gespendet. Für 4500 Euro wurden Lebensmittel beschafft, der Rest wurde für die Transportkosten nach Syrien verwendet.

Wie erwähnt, kam es durch die Corona-Pandemie „zu erheblichen Verzögerungen an den Häfen und Umladestationen, sodass die Hilfsgüter erst am 15. und 26. April an ihrem Bestimmungsort ankamen“. Seitdem seien die Helfer von Ikram jeden Tag in der Region Idlib unterwegs, um die dorthin geflüchteten Menschen mit Nahrungsmitteln und anderen Gütern zu versorgen.

Vetter weiter: „Viele von ihnen leben noch immer unter freiem Himmel ohne Zelt oder este Unterkunft. Ihre Situation hat sich durch den ausgehandelten Waffenstillstand verbessert, aber keiner weiß, wie lange dieser halten wird. Und eine dauerhafte Lösung des Konflikts ist nach wie vor nicht in Sicht.“

Die Blockade von Idlib habe im Hinblick auf die Pandemie immerhin eine gute Seite: Die Erkrankung spiele in Idlib bei Weitem nicht die Rolle, wie in den Gebieten Syriens, die unter Regierungskontrolle stünden, so die Einschätzung von Vetter.