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21.07.2015

Hitze und Trockenheit lassen das Getreide in diesem Jahr schnell reif werden

Die Landwirte Rudolf Fuchs und sein Sohn Joachim aus Bauschlott sind sich einig:Das Getreide ist fast zwei Wochen früher reif als sonst. Jetzt kann die Ernte beginnen.

Bereits am Freitagabend haben sie mit dem Dreschen von Weizen begonnen. Aber auch andernorts in der Region hat die Ernte von Winterweizen angefangen und so wurde auch schon in Nußbaum gedroschen. Lediglich dort, wo es die dringend erwarteten Schauer gab, wo es die dringend erwarteten Schauer gab, folgte eine Unterbrechung.

Der Trockengehalt des Getreides lag am Wochenende mit elf bis 14 Prozent unter der Norm von 16 Prozent. Die Familie Fuchs geht davon aus, dass sich der Schaden beim Weizen in Grenzen halten wird, wo man vom Ertrag leicht unter dem Durchschnitt rechnet. „Dies hängt damit zusammen, dass das im Herbst ausgebrachte Getreide durch eine lange Entwicklungszeit sich vor der Trockenheit und Hitze noch entfalten konnte, während dies bei der im Frühjahr gesäten Braugerste und dem Hafer anders ist. Weizen hingegen auf guten Böden und wo es in der Vergangenheit mehr geregnet hatte, war am Wochenende noch nicht vollends ausgereift, wie etwa auch innerhalb der Gemarkung von Bauschlott“, teilt Rudolf Fuchs mit.

Wie Daniel Schmieder vom Biohof Schmieder in Stein berichtete, wurde beispielsweise auf steinigen Böden in dem tiefer gelegenen Ort hingegen schon vor knapp zwei Wochen mit dem Dreschen von Weizen begonnen.

Der Mähdrechsler der Familie Scheibner in Mühlacker, mit dem Christian Scheibner für die Familie Fuchs in Bauschlott drischt, hat eine Schnittbreite von 4,80 Metern, wodurch er in einer Stunde gut ein Hektar Fläche abernten kann. Der Korntank fasst fünf Tonnen Getreide. Heiße Sommer sind übrigens keinesfalls ein Phänomen der Gegenwart, wenngleich sie häufiger vorkommen, wie früher. 1911 beispielsweise hatte es vom 2. Juli bis Mitte September bei großer Hitze keinen Tropfen geregnet. Am 2. August 1934 wurde in Nußbaum das letzte Getreide eingefahren, obwohl es damals noch keine Mähdrescher gab und alles von Hand bearbeitet werden musste. Laut Gemeindearchiv erinnerte sich der Landwirt Adolf Dietrich (1916-1997) deshalb noch sehr genau daran, weil an jenem Tag der letzte, deutsche Reichspräsident Paul von Hindenburg im Alter von 86 Jahren starb. In jenem Jahr war es so heiß und trocken, dass die Bauern vor fast unlösbare Probleme gestellt wurden, indem sie Laub von den Bäumen streiften oder an Wegrändern und im Wald Gras mähten, um ihre Tiere notdürftig füttern zu können. Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.