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Knifflig: Die Lehrerinnen Miriam Koch (von links), Sabrina Romano, Beate Bischoff und Konrektorin Christina Bier haben den Überblick über die Stundenpläne, die ab Montag an der Kirnbachschule Niefern gelten. Dafür nutzen sie kleine, bunte Magnete, die jeweils für ein anderes Fach und einen anderen Lehrer stehen. Foto: Kraus
Knifflig: Die Lehrerinnen Miriam Koch (von links), Sabrina Romano, Beate Bischoff und Konrektorin Christina Bier haben den Überblick über die Stundenpläne, die ab Montag an der Kirnbachschule Niefern gelten. Dafür nutzen sie kleine, bunte Magnete, die jeweils für ein anderes Fach und einen anderen Lehrer stehen. Foto: Kraus
Ruhig bleiben Rektor Joachim Eichhorn und Lehrerin Sina Leidig. Die Bücher sind klassenweise sortiert.
Ruhig bleiben Rektor Joachim Eichhorn und Lehrerin Sina Leidig. Die Bücher sind klassenweise sortiert.
Ruhig bleiben Rektor Joachim Eichhorn und Lehrerin Sina Leidig. Die Bücher sind klassenweise sortiert.
Ruhig bleiben Rektor Joachim Eichhorn und Lehrerin Sina Leidig. Die Bücher sind klassenweise sortiert.
Ruhig bleiben Rektor Joachim Eichhorn und Lehrerin Sina Leidig. Die Bücher sind klassenweise sortiert.
Ruhig bleiben Rektor Joachim Eichhorn und Lehrerin Sina Leidig. Die Bücher sind klassenweise sortiert.
07.09.2018

Hochbetrieb vor dem ersten Gong: Was vor Schulbeginn alles geplant wird

Niefern-Öschelbronn. Es ist kurz vor zehn. Ruhig ist es auf dem Hof der Kirnbachschule in Niefern. Ferienzeit eben. Erst ab Montag herrscht dort wieder Trubel, wenn für die 530 Schüler der Unterricht startet. Erst Montag? Von wegen. Im Schulhaus drinnen ist bereits mächtig was los.

Eine Lehrerin huscht mit einem Stapel Bücher über den Gang. An einem runden Tisch sitzen vier Kollegen und besprechen den Ablauf der Projekte in den ersten Schulwochen. Auch die Aufgaben für den kommenden Landschulheimaufenthalt gilt es zu verteilen. Nebenan röhrt, bohrt und hämmert es. Die Handwerker sind in den Endzügen im Neu- und Anbau. Rektor Joachim Eichhorn hofft, dass sie bis kommende Woche fertig sind und der Baulärm aufhört. Recht daran glauben mag er nicht, wenn er sich anschaut, was alles zu tun ist. Zumal dann noch der Putztrupp durch muss. Vor Eichhorns Büro warten einige Lehrer, die mit dem Schulleiter Feinheiten zu Fächern und Zeiten klären wollen, während drinnen sein Telefon im Minutentakt klingelt.

PZ-news auf Snapchat: Was passiert vor Schulbeginn?

„Wirklich sechs Wochen Sommerferien hat so gut wie kein Lehrer“, sagt Eichhorn. Für ihn selbst blieben unterm Strich drei Wochen Urlaub auf Rügen – ohne jeglichen Gedanken an das neue Schuljahr. Die hat er sich im Vorfeld mit Konrektorin Christina Bier gemacht, als es darum ging, die Deputate zu verteilen – also die Stundenzahl, die Lehrer jede Woche unterrichten müssen. Das geschah, als seine Schüler schon die ersten Ferienwochen genießen konnten. „Das braucht Ruhe, Zeit und gute Überlegungen, um den Wünschen der Kollegen, aber auch den Bedürfnissen der Schüler und dem Bildungsplan gerecht zu werden“, sagt Eichhorn. Und es bildet die Basis für die Stundenpläne, über denen Konrektorin Bier sowie die Lehrerinnen Sabrina Romano, Beate Bischoff und Miriam Koch seit Tagen tüfteln. Von Hand, mit kleinen, bunten Magnetplättchen, die jeweils für ein anderes Fach und einen anderen Lehrer stehen.

Der Blick des Laien auf die grüne Tafel lässt erahnen, welche Kombinationsleistung hinter den Plänen steckt. „Der Durchblick kommt mit der Erfahrung“, sagt Bier. Man müsse aber immer drei Schritte vorausdenken, ergänzt Eichhorn: „Wie ein guter Schachspieler.“ Mathematisches Verständnis ist auch von Vorteil. „Ebenso wie gute Nerven und viel Kaffee“, sagt Christina Bier, die mit den Kolleginnen einige Spätschichten einlegt, bis der Plan schließlich abfotografiert, in den Computer übernommen und an die insgesamt 45 Lehrer der Schule am Samstag bei der gemeinsamen Konferenz verteilt wird. Dort geht es dann auch darum, dass sich die Kollegen untereinander austauschen, Klassenlisten werden verteilt, Fachvorsitzende gewählt, Praktikanten vorgestellt und Aufsichtspläne angelegt. „Und wir machen ein Foto vom Kollegium. Das ist der einzige Tag, an dem alle da sind“, sagt Eichhorn.

Bis dahin hat er gut 35 Kollegen im Laufe der vergangenen Woche bereits in der Schule gesehen und gesprochen. Hinzu kam noch die Post der vergangenen Wochen, weitere Schüler aufnehmen, Fortbildungen genehmigen, Rechnungen unterschreiben oder auch Raumpläne anlegen. Pflicht sei es nicht, dass sich die Lehrer in der letzten Ferienwoche auf ihren Unterricht vorbereiten. Wer erst zur Konferenz vor Ort ist, mache nichts falsch. Eichhorn, selbst seit fast 30 Jahren im Lehrdienst, ist die Vorbereitung auf den Schulstart aber unglaublich wichtig. „Unsere Schulform lebt davon, dass Lehrer und Schüler eine Beziehung zueinander pflegen, gerne über gemeinsame Aktionen oder ein im Vorfeld fachgerecht dekoriertes Klassenzimmer“, sagt er. Ein Unterrichtsbeginn nach dem Prinzip „Buch raus, Seite acht, Aufgabe fünf“ erschwere das Lernen in der Grund- wie in der Werkrealschule. Als Ganztagesbetrieb sei der gute Kontakt zueinander einfach wichtig. Ebenso ist aber auch das richtige Lernmaterial. In der Schülerbücherei hat Lehrerin Sina Leidig die Klassensätze vorsortiert. Sie wartet noch auf die Nachbestellungen –ein großes Paket mit Lehrbüchern, Atlanten und Arbeitsheften, die die Kirnbachschule für 20.000 Euro geordert hat, um den Bestand für das neue Schuljahr aufzufrischen.

Neu ist das alles für Marieke Zeitler. Frisch vereidigt übernimmt die Lehrerin in Niefern nun eine fünfte Klasse und hält zudem Unterricht in einer neunten. Soviel weiß sie schon. Ihr Schwerpunkt ist Englisch, wozu sie im Lehrerzimmer bereits genügend Material findet, um sich Aufgaben zu kopieren oder zu Übungen inspirieren zu lassen. Dass sie das schon vor dem ersten Schultag macht, gehört für sie dazu: „Die Tage nutze ich auch, um die Kollegen und die Umgebung kennenzulernen“, sagt die Karlsruherin. „Ich bin mindestens genauso gespannt und aufgeregt wie meine Schüler.“

Was an diesem Morgen noch nicht in Betrieb ist: der Gong. „Den müssen die Hausmeister erst wieder anschalten“, nennt Eichhorn einen weiteren Punkt, den es vorzubereiten gilt.