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Pssst, nichts verraten! Alexandra Zähringer mit dem Drehbuch des Tatorts „Der rote Schatten“, in dem sie mitspielt. Am 15. Oktober wird der Stuttgarter Fall in der ARD gezeigt. Foto: Bernhagen
Pssst, nichts verraten! Alexandra Zähringer mit dem Drehbuch des Tatorts „Der rote Schatten“, in dem sie mitspielt. Am 15. Oktober wird der Stuttgarter Fall in der ARD gezeigt. Foto: Bernhagen
22.09.2017

Hochspannung vor Tatort-Premiere mit Heimsheimerin Alexandra Zähringer

Eine Leiche zu finden, zählt im wahren Leben wahrlich nicht zu den wünschenswerten Dingen – im Film dagegen ist es eine ziemlich reizvolle Aufgabe. „Dadurch kommt ein Krimi ja meistens erst so richtig ins Rollen“, sagt Alexandra Zähringer. Im Tatort „Der rote Schatten“ spielt die 39-jährige Heimsheimerin als Kleindarstellerin in so einer Schlüsselszene mit.

Das Stuttgarter Team ermittelt darin in einem Fall, der in die Zeit des RAF-Terrorismus im Deutschen Herbst vor 40 Jahren zurückreicht. Am 15. Oktober soll der Sonntagabend-Krimi in der ARD seine Premiere haben. Zähringer ist gespannt darauf: „Ich werde den Film dann auch zum ersten Mal sehen. Und erst dann weiß ich, wie viel von meiner Szene am Ende tatsächlich übrig geblieben ist.“

Im Wagen liegt eine Leiche

Gedreht wurde im Frühjahr auf einer abgesperrten Straße im Schönbuch zwischen Stuttgart und Tübingen. Die Kommissare Lannert und Bootz, gespielt von Richy Müller und Felix Klare, waren beim Dreh dieser Szene nicht dabei. „Ich fahre mit meinem Mann von einem Dinner nach Hause. Im Wald kommen wir an einer Unfallstelle vorbei, ein blutüberströmter Mann läuft auf uns zu und im Wagen liegt eine Leiche“, fasst Zähringer das Geschehen zusammen.

Bis morgens um drei Uhr arbeitete das Team. Regisseur Dominik Graf habe sich dabei als Perfektionist erwiesen. „Ich habe meinen Text sicher 50-mal wiederholen müssen, bis alles gepasst hat“, sagt Zähringer. Gefühlsmäßig gefragt waren nacheinander Sorge, Panik und Angst. Für Zähringer kein Problem: „Solche Emotionen kann ich bei Bedarf an- und ausknipsen.“ Als Model und Darstellerin übe sie das täglich zuhause: „Da müssen auch mal die Kinder herhalten. Dann heißt es zum Beispiel: Die Mama spielt jetzt ne Weile ‚streng‘.“

Ihre sechs und neun Jahre alten Töchter seien das aber gewöhnt: „Die waren auch schon als Darsteller in Filmen aktiv. Über die bin ich vor zwei Jahren eigentlich erst da reingekommen.“ Bei einem Drehtermin ihrer Töchter habe ein Regisseur gefragt, ob sie nicht auch mal vor die Kamera wolle. „Er hat gesagt: Es fehlen immer wieder Damen mittleren Alters – ich wusste nicht so recht, ob ich mich davon geschmeichelt fühlen sollte“, erzählt die 1,64 Meter große Blondine lachend.

Bis dahin hatte sie neben ihrer Tätigkeit als selbstständige Praxismanagerin für Zahnärzte hauptsächlich als Fotomodel gearbeitet. Seither war sie als Kleindarstellerin in fünf Fernsehserien wie „Cobra 11“, im Musikvideo „Zuhause ist die Welt noch in Ordnung“ von Sido und Adel Tawil sowie in zahlreichen Werbespots und Imagefilmen zu sehen – unter anderem als Mutter im aktuellen Lidl-Viral-Spot mit dem Ryan-Gosling-Double, der im Internet gefeiert wird.

Nachdem Alexandra Zähringer beim Tatort die Leiche finden darf, ist sie in einer Folge der Krimiserie „Soko Stuttgart“, die im kommenden Jahr ausgestrahlt wird, dann selbst als Opfer zu sehen. „Eine Leiche zu spielen, ist gar nicht so einfach“, erzählt die 39-Jährige: „Da liegt man auf dem Seziertisch, darf nicht atmen und es ist kalt. Da muss dann die Maske kommen und die Gänsehaut überschminken. Oder es macht jemand einen Witz am Set und plötzlich hat man als Tote rote Backen vom Lachen. Dabei müssen doch eigentlich alle Gesichtszüge ganz erschlafft sein.“ Aber auch das habe sie am Ende gut hingekriegt. „Nur eine Leiche produziert, habe ich noch nie“, sagt sie und lacht: „Aber mal eine Täterin zu spielen, das fände ich sehr spannend.“