nach oben
Stundenlang im Einsatz - mehrere Hundert Fluthelfer von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk und anderen Einrichtungen haben sich den Wassermassen entgegengestellt. © Bilderparadies
Auto oder Boot? Nicht nur die B10 wurde am Samstag in der Region zur Wasserstraße, die man auch mit einem Kanu oder Kajak hätte befahren können. Mehrere Hundert Helfer hatten im ganzen Enzkreis einen Großeinsatz. © Tilo Keller
Mit Sandsäcken musste die Feuerwehr die Tiergartenstraße in Pforzheim vor der kompletten Überflutung bewahren. Die gewaltigen Wassermassen wurden in Richtung eines Grabens umgeleitet. © Tilo Keller
Hochwasser und Überflutungen halten Feuerwehr und Polizei in der Region auf Trab. © dpa
01.06.2013

Hochwasser in Region: Hunderte Helfer im Einsatz

Der Regen hat aufgehört, aber die Flut der Notrufe bei der Feuerwehrleitstelle in Pforzheim ebbt nur langsam ab. Bis 18 Uhr wurden am Samstag 125 Unwetter-Einsätze im Stadtgebiet und 326 im Enzkreis registriert. Das heißt: Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren, Polizei, Technisches Hilfswerk und Bauhofmitarbeiter der Gemeinden sind seit Stunden im Einsatz. Insgesamt haben mehrere Hundert Helfer gegen die Wassermassen gekämpft.

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Ellmendingen

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Wilferdingen und Königsbach

Es wurden zahlreiche überflutete Keller aus der gesamten Region gemeldet. Im Bereich der Würmtalstraße kam es zu mehreren Erdrutschen. In Illingen wurde eine vermisste Person in einer überfluteten Garage gemeldet. Daraufhin wurden Feuerwehr-Taucher aus Stuttgart angefordert. Sie mussten jedoch nicht mehr eingreifen, da die vermisste Person zuvor entdeckt und in Sicherheit gebracht werden konnte.

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Singen

Außerdem gab es in Illingen zweimal Personen in einer Notlage, die sofort medizinische Hilfe benötigten. Zudem wurde Rauch aus einer Tiefgarage gemeldet, dort war aber kein Brand feststellbar. Einsatzschwerpunkt ist am Abend noch die Gemeinde Illingen. Dort stehen mehrere Keller bis zu eineinhalb Meter tief unter Wasser.

Bildergalerie: Szenen von der Flut im Westen Pforzheims

Aus Neuenbürg wurden Trübungen im Trinkwasser gemeldet. Die Stadt hat die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Sorgen bereitete der Hochwasserdamm in Remchingen-Nöttingen, der die Grenze der Belastbarkeit erreicht hatte. Zur Entlastung wurden die Schleusen geöffnet.

Bildergalerie: Szenen von der Flut im Süden Pforzheims

Auch am Abend waren im Enzkreis noch zahlreiche überflutete Bundes- Landes- und Kreisstraßen gesperrt. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für die Region wurde am Abend zurückgenommen.

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Remchingen

Gegen 17:30 Uhr musste die Feuerwehr Pforzheim zu einem Brandeinsatz ausrücken: In der Küche einer Wohnung an der Berliner Straße war ein Abfalleimer in Brand geraten. Das Feuer griff nicht auf das Kücheninventar über, die Feuerwehr konnte sich auf Nachlöscharbeiten beschränken. Wenig später galt es, auf der Enz beim Parkhotel die Tretboote zu retten, die sich beim Bootspick in den reißenden Fluten losgerissen hatten.

Bildergalerie: Firma Mapal und Sommerweg überflutet

Hauptproblem war das Oberflächenwasser, das vom Boden nicht mehr aufgenommen wurde. Viele überlastete Kanäle waren rasch verstopft. Große Probleme machte in Pforzheim das vom Hagenschieß abfließende Oberflächenwasser, das in Richtung Buckenberg/Haidach, Südoststadt und ins Würmtal strömte. Dort gab es einen massiven Zustrom von Schlamm und Geröll, die Würmtalstraße und mehrere Verbindungsstraßen mussten voll gesperrt werden.

Bildergalerie: Die Flut im östlichen Enzkreis

Die Feuerwehr war mit starken Kräften vor Ort, weil die Fluten in den Keller der Seehaus-Gaststätte eingedrungen waren. Weil dort rund 3000 Liter Heizöl lagern, wurde auch das Umweltamt verständigt. Die Feuerwehr veranlasste über die Polizei Radiodurchsagen: Die Bewohner der Pforzheimer Stadtteile Hagenschieß, Tiergarten, Buckenberg und Südoststadt wurden aufgefordert, ihre Häuser zu sichern.

Bildergalerie: Die Flut im westlichen Enzkreis

Die Vorräte an gefüllten Sandsäcken waren nach wenigen Stunden aufgebraucht. Beim THW an der Villinger Straße und im Feuerwehrgerätehaus in Dillweißenstein wurden weitere Säcke abgefüllt.

Bildergalerie: Mühlacker unter Wasser

Im Enzkreis mussten zahlreiche Straßen wegen Überflutung gesperrt werden. Vielerorts strömte Wasser in die Keller von Wohn- und Geschäftshäusern. In dem aufgeweichten Boden fanden Bäume keinen Halt mehr und stürzten um. Außerdem rutschten Erd- und Geröllmassen ab. Einsatzschwerpunkte waren hier der Bereich Mühlacker/Ötisheim, wo es zu zahlreichen Überflutungen kam, sowie Keltern-Ellmendingen. Dort trat der Arnbach über die Ufer, die Ortsmitte wurde stellenweise zu einem Fluss. Neben der Feuerwehr Keltern war dort auch das THW im Einsatz.

{element10}In der Hauptfeuerwache Pforzheim trat ein Einsatzstab für besondere Ereignisse zusammen. Auch Erster Bürgermeister Roger Heidt war zeitweise vor Ort.

{element11}Auch die A8-Anschlussstelle Pforzheim-Ost war von den Fluten betroffen. Zeitweise war ein Fahrstreifen in Richtung Stuttgart wegen Überschwemmung gesperrt, ebenso die Ausfahrt. Auch die B10 steht dort stellenweise so tief unter Wasser, dass die Autos nur im Schritttempo durchs Wasser fahren können.

{element12}

{element13}

Leserkommentare (0)