760_0900_144610_.jpg
Das Hochwasserrückhaltebecken Lindtal vor der geplanten Sanierung, die rund 760 000 Euro kosten soll. 

Hochwasserschutz in Königsbach-Stein: Sanierungsmaßnahmen ab Herbst

Königsbach-Stein. Nachdem das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Pfitztal in Königsbach-Stein im vergangenen Jahr saniert wurde, beginnen im Herbst dieses Jahres die Erneuerungsmaßnahmen HRB Lindtal. Die Kosten werden etwa 760 000 Euro betragen, heißt es in einer Pressemitteilung. Insgesamt sollen acht bestehende Becken im Rahmen des Hochwasserschutzplanes repariert werden.

Gemeinde bereitet sich auf Hochwasser vor 

Die Gemeinde Königsbach-Stein hat in den letzten Jahren, geprägt von den teilweise verheerenden Hochwasserereignissen 2013 und 2016, umfassende Gutachten zur Verbesserung der Hochwassersituation und zur Beurteilung bestehender Hochwasserschutzanlagen erstellen lassen. Aufgrund der letzten Hochwasserereignisse und der großen Betroffenheit der Bevölkerung plante die Gemeindeverwaltung 2020, sämtliche in den Gutachten dargestellten und rund 14 Millionen Euro teuren Maßnahmen umzusetzen.

Die Umsetzung aller Maßnahmen war innerhalb eines vom Fördermittelgeber festgelegten Zeitraums von maximal zehn Jahren angedacht. Die Durchführung eines 14-Millionen-Euro-Projektes in diesem Zeitraum übersteigt aber die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Gemeindehaushaltes.

Sanierung der Hochwasserrückhaltebecken

Die Gemeinde Königsbach-Stein hat sich daher Ende 2020 entschieden, ein reduziertes Maßnahmenpaket mit jährlich rund 0,5 Millionen Euro zu realisieren. Diese Haushaltsmittel werden nun sukzessive in die Sanierung der acht bestehenden Hochwasserrückhaltebecken (HRB) in Königsbach-Stein gesteckt. Diese bis zu 40 Jahre alten Anlagen werden zur Anpassung an die allgemeinen anerkannten Regeln der Technik unter Berücksichtigung der ökologischen Belange ertüchtigt. Die Behebung der sicherheitsrelevanten Mängel an diesen Becken tragen wesentlich zu einem verbesserten Hochwasserschutz in der gesamten Gemeinde bei. Bis zur Umsetzung einer Beckensanierungsmaßnahme vergehen aufgrund vorangehender umwelt- und naturschutzrechtlicher Untersuchungen, planungs- und wasserrechtlicher Verfahren sowie Grunderwerbsverhandlungen bis zu zwei Jahre Vorlaufzeit.

760_0900_144611_.jpg
Nach der Sanierung im Jahr 2021 sieht das Becken Pfitztal in Königsbach-Stein nun so aus.

Als erstes Hochwasserrückhaltebecken wurde im Jahr 2021 das HRB Pfitztal saniert. Es wurde unter anderem eine überströmungssichere Hochwasserentlastungsanlage als Schüttsteindeckwerk mit Überfallschwelle hergestellt. Die Baumaßnahme hat mit sämtlichen Nebenkosten rund 660 000 Euro gekostet. Es werden dafür Fördergelder in Höhe von rund 430 000 Euro vom Land erwartet. Vor der Maßnahme waren Umsiedlungen von Tieren nötig. Auch während der Sanierungsmaßnahme wurde durch eine ökologische Baubegleitung der Schutz von Fauna und Flora sichergestellt.

HRB Lindtal wird am Herbst saniert

In der zweiten Runde wird ab dem kommenden Herbst das HRB Lindtal angegangen. Auch hier, an diesem knapp 4000 Kubikmeter großen Rückhaltebecken, wird unter anderem eine überströmungssichere Hochwasserentlastungsanlage hergestellt. Zusätzlich wird am HRB Lindtal der Anschluss eines Seitengrabens saniert, in dem der Durchlass vergrößert und das Einlaufbauwerk inklusiv räumlicher Rechen neu hergestellt wird.

Die richtige Versicherung unterstützt bei Flutschäden.
Ratgeber

5 wichtige Tipps zu Versicherungen bei Überschwemmungen

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich rund 760 000 Euro kosten, es werden Fördergelder von etwa 440 000 Euro erwartet. Auch hier wurden umwelt- und naturschutzrechtliche Untersuchungen durchgeführt.

Die Sanierungsmaßnahmen für das zweite von insgesamt acht Hochwasserrückhaltebecken wurden im Mai ausgeschrieben. Nun hat der Gemeinderat die Vergabe an die Baufirma beschlossen – somit können die Bagger im Herbst 2022 anrollen.