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Zu Beginn seiner Erkrankung berichtete Thomas Braune per Video-Chat mit der PZ von seinen Erfahrungen.  Foto: Türschmann/PZ-archiv 

Höfener Feuerwehrkommandant Thomas Braune überwindet seine Corona-Krise

Er war einer der ersten Corona-Patienten in der Region und der erste, der mit der „Pforzheimer Zeitung“ über die Infektion und ihre Folgen sprach: Der Höfener Feuerwehrkommandant und Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Braune. Nach drei Wochen Quarantäne kam gestern um 15 Uhr die offizielle Erlaubnis des Calwer Gesundheitsamts. Der 46-Jährige gilt als genesen und darf seine Wohnung in Höfen wieder verlassen.

„Ich kann wieder raus, juhu“, ruft er ins Telefon. Es ist die pure Erleichterung, die aus dem dreifachen Familienvater spricht. „Jetzt werde ich erstmal einen Spaziergang machen und dann einkaufen gehen“, sagt er. Am kommenden Sonntag möchte er seinen Dienst als Notfallsanitäter bei den Johannitern wieder aufnehmen. Da er im Gesundheitswesen arbeitet, musste er zuvor noch zwei Tests innerhalb von 24 Stunden machen.

Vorbei sind die langen Tage in der abgeschotteten Wohnung ohne den direkten Kontakt zur Außenwelt. Zwar waren er und seine drei Töchter per Telefon und soziale Medien immer mit Freunden, Verwandten und Bekannten verbunden, doch die persönliche Ansprache hat Braune während dieser Zeit am meisten vermisst.

Da sich die Krankheit bei ihm sehr milde ausgewirkt hatte, war er auch schnell wieder auf dem Damm. Die Zeit in Quarantäne musste aber natürlich dennoch eingehalten werden. Freunde versorgten die Familie mit Lebensmitteln, die sie vor die Haustür stellten.

Im Videochat mit der PZ während der Quarantäne berichtete Braune von Anfeindungen, denen er sich stellen musste. Nun kommen aber auch positive Erfahrungen hinzu. Nachdem die PZ über seinen Fall berichtet hatte, erreichte ihn beispielsweise eine Postkarte mit Genesungswünschen von einem Leser aus Straubenhardt. „Darüber habe ich mich ganz besonders gefreut“, erzählt er.

Vermutlich hatte sich Braune, wie viele andere Skifahrer, in einer Bar in Ischgl mit dem Corona-Virus infiziert. Dort ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Doch der Höfener hadert nicht mit seinem Schicksal. Er hat das hiesige Gesundheitsamt über seinen Aufenthalt in Ischgl unterrichtet. Von einer Anzeige möchte er aber absehen. „Die würde eh im Sande verlaufen“, vermutet er. Nach der ganzen Aufregung will der Höfener nun nach vorne blicken: „Es ist, wie es ist. Sich aufzuregen bringt jetzt auch nichts mehr.“