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Über hohen Besuch im Ersinger Pfarrhaus in Gestalt von Bischof Daniel Nlandu (Mitte) konnte sich Pfarrer Thomas Ottmar Kuhn (rechts) freuen. Auch Pater Jean-Léonard (links) war dabei. Foto: Martin Schott
Über hohen Besuch im Ersinger Pfarrhaus in Gestalt von Bischof Daniel Nlandu (Mitte) konnte sich Pfarrer Thomas Ottmar Kuhn (rechts) freuen. Auch Pater Jean-Léonard (links) war dabei. Foto: Martin Schott
29.09.2017

Hoher Besuch aus dem Kongo im Ersinger Pfarrhaus

Kämpfelbach. „Alle Wege führen nach Rom“, sagt das Sprichwort. Aber Rom ist groß und die Wahrscheinlichkeit, dass zwei bestimmte Menschen sich dort treffen, entsprechend gering. Und so sind sich Thomas Ottmar Kuhn, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Kämpfelbachtal, und Daniel Nlandu, heute Bischof der Diözese Matadi im afrikanischen Staat Kongo, als beide in den 1980er-Jahren in Rom studierten, nie begegnet. Die Begegnung kam erst jetzt zustande, nicht in der „Ewigen Stadt“, sondern im Ersinger Pfarrhaus der Kirchengemeinde Kämpfelbachtal.

Eine besondere Verbindung besteht zwischen der katholischen Kirchengemeinde Kämpfelbachtal und mehreren Diözesen im Westen des Kongo. Unter Federführung von Pfarrer Kuhn wurden schon zahlreiche Container mit Hilfsgütern verschiedenster Art in den Kongo gebracht. Die Unterstützung ist keine „Einbahnstraße“. Schon seit etlichen Jahren ist es Tradition, dass Priester aus dem Kongo im Pfarrhaus die Urlaubsvertretung übernehmen.

Im Pfarrhaus wurden Gespräche darüber geführt, wie man Kirche und Priestern in der Diözese Matadi von Deutschland aus helfen könne. Das Grundproblem: Eine funktionierende staatliche Organisation gibt es praktisch nicht, viele öffentliche Aufgaben werden von Priestern erfüllt. Finanzielle Mittel stehen so gut wie nicht zur Verfügung. Hinzu kommt: Allein die Diözese Matadi ist so groß wie Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland zusammen – knapp drei Millionen Gläubige. Sie werden von gerade einmal 180 Priestern betreut. Gemeinsam will man im Kämpfelbachtal und in Matadi nun darüber nachdenken, wie man vor Ort helfen kann. Und auch weitere Projekte hat man ins Auge gefasst. Etwa örtliche Baumpflanzaktionen im gerodeten westlichen Kongo, so dass das Wasser in der Regenzeit besser im Boden gespeichert werden kann. Auch an Projekte zur lokalen Nutzung von Solarenergie ist gedacht. Die Überlegungen sollen im Herbst im Rahmen eines Missionsabends in der Kirchengemeinde Kämpfelbachtal vorgestellt werden.

Dazu will Bischof Daniel Nlandu, der sich im Spätjahr noch einmal in Rom, also quasi in der „Nähe“ aufhalten wird, nochmals nach Ersingen kommen. Derzeit ist die Lage im Kongo zwar besonders schwer, „aber mit den ins Auge gefassten gemeinsamen Projekten wollen wir den Mut aufbringen, den Schwierigkeiten etwas entgegenzusetzen. Wir geben die Hoffnung nicht auf“, erklärten Pfarrer Thomas Ottmar Kuhn und Bischof Daniel Nlandu beim Abschied im Ersinger Pfarrhaus.