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Bei einem nachgestellten Unfall gab es auch "Verletzte". © Türschmann
13.05.2011

Horror-Szenario bei Blaulicht-TV: Es kracht und brennt

REMCHINGEN. Dichter Rauch quillt aus der Werkstatt. Zwei junge Menschen taumeln aus dem Gebäude, beide sind verletzt, einer steht unter Schock. Ein dritter Kollege fehlt: Er ist unter dem Auto, das er gerade reparieren wollte, eingeklemmt. Die Werkstatt steht in Flammen.

Bildergalerie: Blaulicht-TV: Brandhölle im brennenden Container

Es ist 19.30 Uhr, als die Remchinger Feuerwehr alarmiert wird. Um 19.36 Uhr trifft das erste Löschfahrzeug bei der Firma Hunn und Walch in Wilferdingen ein. Das geht heute besonders schnell – schließlich sind die meisten Feuerwehrleute bereits in der Feuerwache. Denn sie wissen, dass für heute eine Übung angesetzt ist. Das Szenario, das sie natürlich bei der Alarmierung noch nicht kennen: Bei Schweißarbeiten ist ein Auto in Brand geraten, das Feuer hat auf die Garage übergegriffen und einer der Arbeiter wurde unter dem Fahrzeug eingeklemmt.

Führungskräfte gefordert

„Etwa zweimal im Jahr machen wir so eine aufwendige Übung“, erklärt Markus Wenz, der die Übung zusammen mit Hans Kunefke vorbereitet hat. Das Besondere: Die Führungskräfte der Remchinger Feuerwehr müssen heute zeitgleich zwei Einsatzorte koordinieren. Wie stressig das sein kann, bekommt Kommandant Marc Unger schon wenige Minuten nach seinem Eintreffen am ersten Einsatzort zu spüren. Als er gerade die Lage erkundet, die beiden Verletzten an die Rettungskräfte des DRK übergeben und per Funk einen ersten Lagebericht abgesetzt hat, erreicht ihn die zweite Meldung: Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen.

Gleich zwei Einsatzstellen

Nun gilt es, die Anfahrt der Einsatzkräfte so zu koordinieren, dass an beiden Einsatzorten ausreichend Rettungskräfte vorhanden sind. Denn: Nur wenige Meter von der brennenden Werkstatt entfernt ist ein Auto gegen einen Stromverteiler-Kasten gefahren. „Der Chef der Firma hat auf dem Heimweg den Anruf bekommen, dass es in seiner Firma brennt, hat umgedreht und ist in einer Kurve von der Straße abgekommen. Dabei hat er einen Menschen überfahren und einen Stromverteilerkasten beschädigt“, erklärt Wenz das Drehbuch der Übung. Die Einsatzkräfte werden auf die beiden Einsatzorte verteilt, die Maßnahmen zur Rettung beginnen. Zahlreiche Schaulustige verfolgen die Arbeiten vom Straßenrand aus. Die Luft ist erfüllt von Benzin-Gestank, das blaue Licht der Löschfahrzeuge flackert durch die Straße. Immer wieder bläst eine Nebelmaschine Rauch in die Luft. Bei dem Unfall werden die verletzten Personen aus dem Auto befreit und vom DRK versorgt. Anschließend beginnen die Aufräumarbeiten. In der Garage sind die Rettungsarbeiten in vollem Gange: Mit einem speziellen Gerät heben die Feuerwehrleute das Auto hoch und bergen die eingeklemmte Person – eine spezielle, 70 Kilogramm schwere Feuerwehrpuppe. Sie wird auf eine Trage gelegt und an das DRK übergeben. Kommandant Marc Unger ist mit seiner Arbeit und der Arbeit der Mannschaft ganz zufrieden. „Manche Gedanken hätten mir früher kommen können, und daraus werde ich für mich persönlich Lehren ziehen“, sagt er selbstkritisch. Dennoch: Auch ein Einsatz-Beobachter ist zufrieden. Es ist 19.53 Uhr. Die Verletzten aus dem Auto sind befreit und die eingeklemmte Person ist gerettet.

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