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Viel Arbeit investiert: Bürgermeister Udo Kleiner (rechts) dankt den Ehrenamtlichen Alfred Kasper, Elmar Brenk, Siegfried Lamprecht, Reinhold Müller, Herbert Sandner und Gerd Kopold (von links).  Foto: Roller 

Im Dienst der Geschichte: Feuerwehr in Bilfingen bringt Spritzenwagen wieder in Schuss

Kämpfelbach-Bilfingen. Schon von weitem fällt das rote Häuschen ins Auge, das an der Weinbrennerstraße in Bilfingen steht. Es beherbergt eine historische Gerätschaft: einen Spritzenwagen, der vermutlich schon 100 Jahre auf dem Buckel hat. Dass sowohl er als auch das Häuschen seit kurzem in neuem Glanz erstrahlen, ist acht engagierten Alterskameraden und Aktiven der Kämpfelbacher Feuerwehr zu verdanken. Insgesamt 160 Arbeitsstunden haben sie investiert, ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

„Das ist wirklich sehr schön geworden“, sagt Bürgermeister Udo Kleiner: „Das zeigt mal wieder, was die Altersriege der Feuerwehr zuwege bringt.“ Von ihm ist die Initiative für die Aktion ausgegangen. Im April rief er Reinhold Müller an und fragte ihn, ob die Alterskameraden dazu bereit wären, das Häuschen neu zu streichen. Zu acht machten sie sich im Sommer und im Herbst ans Werk. Von Ende Juli bis Ende Oktober trafen sie sich mittwochs und samstags zum Arbeitseinsatz.

„Wir haben das geordnet durchgezogen“, erzählt Müller. Zuerst wurde das Häuschen abgestrahlt und abgeschliffen. Vorher hatte es aus Naturholz bestanden, das nach mehr als 20 Jahren etwas in Mitleidenschaft gezogen war. „Wir kamen auf die Idee, es in Zukunft farbig zu machen.“ Dass die Wahl dabei auf Rot fiel, liegt auch daran, dass diese Farbe gut zur Feuerwehr passt. Erneuert haben die Feuerwehrkameraden auch den Boden des Häuschens, der vorher aus Holz bestanden hatte und durch Warzenblech ersetzt wurde. Auf ihm steht ein alter Spritzenwagen, der ebenfalls fachmännisch restauriert wurde – allerdings nicht an Ort und Stelle. Mit einem Radlader transportierten ihn Gemeindearbeiter in die nur wenige Meter entfernt gelegene Alte Kelter.

Technik in neuem Glanz

Dort haben ihn die Ehrenamtlichen zuerst abgestrahlt und abgeschmirgelt, dann neu gestrichen und fachmännisch entrostet. Erneuert haben sie auch den Schriftzug „Gemeinde Bilfingen“, der in gelben Lettern auf dem Wagen prangt. Vor rund zwei Wochen kam er per Radlader wieder in das kleine Häuschen zurück. In den nächsten Tagen soll dort noch ein Gitter angebracht werden, das ihn vor Vandalismus schützt.

Wie alt der Spritzenwagen ist und wie lange er im Einsatz war, kann man nicht genau sagen. Man schätzt aber, dass er schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat und damit genau so alt ist wie die Bilfinger Feuerwehr, die 1914 gegründet wurde. Früher war er tatsächlich zur Brandbekämpfung im Einsatz: Von einem Pferdegespann wurde er zur Brandstelle gezogen. Mit Butten und Leineneimern schaffte man Wasser herbei, um den Behälter im Inneren aufzufüllen. Mit Hilfe von händisch betriebenen Pumpen wurde ein Wasserstrahl erzeugt.

Neue Sirene auf Rathaus

„Es ist wichtig, die Historie lebendig zu halten“, sagt Bürgermeister Kleiner. Die Feuerwehr in Kämpfelbach sei eine „schnelle Einsatztruppe“ und gut ausgerüstet. Das gilt auch für die Gemeinde, die in Bilfingen auf dem Rathaus eine neue Sirene installiert hat. Auch Ersingen soll eine bekommen – und zwar auf das Feuerwehrhaus. Kosten soll sie 15.000 Euro, von denen allerdings dank einer üppigen Förderung zwei Drittel vom Bund übernommen werden.