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Einsatz für Diakoniestation und Krankenhilfsverein: Für seine Verdienste wurde Hermann Dürrler (links) von Pfarrer Günther Wacker mit dem Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet.
Hermann Dürrler © Faulhaber
07.04.2008

Im Dienst für die Menschlichkeit

KÖNIGSBACH-STEIN. In Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Krankenhilfsvereins Königsbach (KHV) und der Diakoniestation „mobiDik“ hat Hermann Dürrler das Kronenkreuz in Gold erhalten.

Günther Wacker, Diakoniepfarrer des Kirchenbezirks Pforzheim-Land, heftete Dürrler diese höchste Auszeichnung der Diakonie im Auftrag des Präsidenten des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus-Dieter Kottnik, sowie des Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Baden, Oberkirchenrat Johannes Stockmeier,ans Revers.

„Das was Kirche ist, das was Diakonie ist, lebt vom Einsatz der einzelnen Menschen“, unterstrich Wacker bei einem Festakt in der Königsbacher Festhalle. Das habe Dürrler gelebt und umgesetzt. „Es geht darum, Menschen, die ein Kreuz zu tragen haben, die in irgendeiner Weise in Not geraten sind, Hilfe zu geben“, erklärte Wacker die Bedeutung des Kreuzes und der Diakonie.

Wie hoch die Arbeit Hermann Dürrlers in der Gemeinde und darüber hinaus bewertet wird, zeigte die große Zahl der Gäste aus allen Bereichen öffentlichen und kirchlichen Lebens. Werner Dürrler, Vorsitzender des KHV, erinnerte in seiner Laudatio an die Mitarbeit des scheidenden Geschäftsführers im KHV-Vorstand seit 1991. Den Erwerb des Anwesens Goethestraße habe er ebenso mit Sachkenntnis begleitet wie die Einrichtung von Diakoniestation, Tagespflege und den Bau der betreuten Wohnungen. Seit 1997 habe Hermann Dürrler seine Zeit vollständig dieser Aufgabe gewidmet, sei sieben Tage in der Woche „präsent und ansprechbar“ gewesen, habe selbst Fahrdienst für die Tagespflegegäste übernommen. Es sei ihm gelungen, „menschliche und soziale Identität, die Solidarität mit den uns Anvertrauten herzustellen.“

„Man muss die Ämter mit Leuten und nicht die Leute mit Ämtern versehen“, zitierte Landrat Karl Röckinger. In diesem Kalenderspruch stecke viel Wahres, wie man durch Hermann Dürrler bestätigt sehe. Mit Stolz könne dieser auf die Erfolge „seiner“ Diakoniestation zurückschauen, eine der ersten nach internationaler Norm qualifizierten in der Region. Als „sichtbares Zeichen der Anerkennung“, überreichte Röckinger Dürrler die große Heynlin-Medaille, ein Ehrenzeichen aus der Enzkreis-Reihe, die dem berühmten Steiner Gelehrten und Prediger Johannes Heynlin gewidmet ist.

„Sein Beispiel macht Mut“

Im Zentrum von Heynlins Wirken seien die Menschen gestanden, ebenso bei der Arbeit Dürrlers. „Mit gutem Beispiel voranzugehen ist nicht nur der einzige Weg andere zu beeinflussen, es ist auch der beste“, erinnerte Bürgermeister Bernd Kielburger an ein Wort Albert Schweitzers.

Kielburger wies auf Dürrlers Ausscheiden aus dem Beruf mit 56 Jahren wegen der Verlagerung seines Arbeitgeberbetriebs ins Ausland hin, und den Entschluss des unfreiwilligen Frührentners, „von sich aus einen neuen Weg zu gehen. Ein solches Beispiel macht Mut.“ Dank sagten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter samt Kindern. Für musikalische Umrahmung sorgte das Mundharmonika-Quartett Knittlingen.