760_0900_103550_Dobel_Borkenkaefer_02.jpg
Die befallenen Bäume ziehen die Forstarbeiter mitsamt Ästen aus dem Wald und legen sie an den Wegen ab. 
760_0900_103551_Dobel_Borkenkaefer_12.jpg
Revierförster Dominik Leitz (links) zeigt PZ-Redakteur Dennis Krivec eine befallene Rinde. moritz (3); Krivec (2) 
760_0900_103552_Dobel_Borkenkaefer_16.jpg
Die Übeltäter: Die Larven des Buchdruckers nisten in der Fichtenrinde und schwärmen später als Käfer aus. 
760_0900_103553_Borkenkaefer_Dobel_Vollernter.jpg
Diese Vollernter-Maschine ist derzeit auf dem Dobel im Einsatz. Mit ihr können Baumstämme innerhalb weniger Sekunden entastet und auf die richtige Länge gekürzt werden. Ein Forstarbeiter braucht dafür rund eine halbe Stunde. 
760_0900_103554_Borkenkaefer_Dobel_1.jpg
Mit Technik gegen die Krise: Leitz trägt seit diesem Jahr die von Borkenkäfern betroffenen Stellen in seinem Tablet ein. 

Im Epizentrum des Borkenkäferproblems: Dobel hat ein großes Problem

Dobel/Kreis Calw. Der Borkenkäfer macht im Kreis Calw besonders dem Wald in Dobel zu schaffen. Die Forstexperten müssen schnell handeln und greifen zu neuen Mitteln. Aus gutem Grund: Der Kampf gegen die Tierchen ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Das Bild, dass sich gestern auf einem Forstweg bei Dobel bietet, passt eher in den Regen- anstatt in den Nordschwarzwald. Dutzende frische Baumstämme mitsamt Ästen liegen links und rechts der Schotterstraße. Man könnte meinen, dass illegale Holzfäller am Werk sind. Tatsächlich hat die Forstverwaltung auf dem Dobel mit dem Borkenkäfer zu kämpfen und muss nun zu neuen Maßnahmen greifen. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Frage ist: Wer ist schneller? Der Borkenkäfer oder wir?“, sagt Revierförster Dominik Leitz beim gestrigen PZ-Besuch.

Vor allem in seinem Zuständigkeitsbereich rund um Dobel schlägt das Insekt seit vergangenem Jahr besonders stark zu. „Im Kreis Calw ist hier das Hauptproblem“, sagt der stellvertretende Forstbezirksleiter Hubert Hettinger, der gestern ebenfalls mit vor Ort ist. Im Dobler Forst stehen im Vergleich zum übrigen Landkreis mit über 50 Prozent Anteil besonders viele Fichten, so Leitz. Und diese Baumart könne sich durch die Trockenheit, die schon seit 2018 herrscht, nicht mehr selbst gegen den Borkenkäfer schützen, der sich durch die Witterung auch noch besser vermehren könne. In Dobel kommt laut dem Revierförster verstärkend hinzu: Der Wald bekomme durch Südhanglage noch mehr Sonne ab, gleichzeitig speichere der felsige Boden weniger Wasser.

Im vergangenen Jahr seien 8500 Festmeter Käferholz rund um Dobel geschlagen worden, sagt Leitz. „Umgerechnet sind das zwischen 4000 und 4500 Bäume.“ Normalerweise holen die Forstarbeiter in seinem Revier rund 12 000 Festmeter pro Jahr aus dem Wald. Leitz und Hettinger rechnen für 2019 mit den selben Zahlen – falls es in den kommenden Monaten ähnlich trocken und warm bleibt wie 2018.

Mehr lesen Sie am 14. August in der „Pforzheimer Zeitung“ Nordschwarzwald-Ausgabe oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Dennis Krivec

Dennis Krivec

Zur Autorenseite