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Im Zeitplan sind die Forstarbeiten zwischen Engelsbrand und der B 294. Foto: Ketterl
Karola Richardt von Forst BW zeigt den über 60 Hektar großen Einsatzbereich. Foto: Ketterl
20.10.2016

Im Tal der schwebenden Stämme: Baumfällarbeiten im Grösseltal

Engelsbrand. Die Fällarbeiten im Grösseltal nehmen die Bürger nur wegen der Sperrung wahr. Die PZ hat sich angeschaut, in welcher Dimension in den Hängen gearbeitet wird.

Es sieht unwirklich aus. Man steht im gesperrten Abschnitt des Grösseltals rund 700 Meter oberhalb der Stelle, wo der Bach in die Enz mündet – und plötzlich schweben zwei Baumstämme vorbei. Ein leises Surren ist zu hören, als sie langsam über ein Stahlseil zum Berghang auf der Engelsbrander Seite gezogen werden. Die gefällten Fichten hängen an einer roten Laufkatze auf dem Seil, das in rund 30 Metern Höhe quer über das Tal gespannt ist. Viel weiter oben, auf dem Karl-Schneider-Weg, steht der Kran, der die Bäume zum Schweben bringt. An vier noch fest verwurzelten Waldriesen ist er festgemacht, um die Lasten zu bewältigen. Die Winde des Krans zieht die gefällten Stämme über die letzte Kante, dann greift ein Bagger zu. Andrzej Dziomba löst die Stahlseile – und der Bagger legt die Stämme am Weg ab.

Bildergalerie: Im Tal der schwebenden Stämme: Holzfällarbeiten im Grösseltal

Das passiert derzeit an den Waldhängen des Grösseltals im schnellen Takt. Motorsägen kreischen, wenn gefällte Bäume entastet werden. Mit dumpfen Schlägen stürzen weitere Riesen zu Boden. Es sind Forstarbeiten im ganz großen Maßstab, die derzeit dafür sorgen , dass die Landesstraße durch das Tal wohl noch bis Mitte Dezember gesperrt ist – eine Einschränkung, die Autofahrer besonders deshalb trifft, weil es so viele Baustellen und Umleitungen drumherum gibt (die PZ berichtete).

Wer die lange geplanten Arbeiten im Tal sieht, versteht allerdings, warum es kein Durchkommen gibt. Sie sollen vieles zugleich erledigen: kranke Bäume weichen für die Sicherheit der Landesstraße, der Wald wird ausgelichtet, damit jüngere Bäume nachwachsen können und einige kleine Weiden wieder nutzbar werden – und zugleich fährt Engelsbrands Forstrevierleiter Patrick Linse binnen zweieinhalb Monaten praktisch eine ganze Jahresernte an Holz ein. Und weil das in extrem schwierigem, steilem Gelände passiert, erledigt man alles gleich im ganzen Tal – um für die nächsten zehn bis 15 Jahre fertig zu sein, sagt Andreas Roth, der stellvertretende Leiter des Forstamts Enzkreis.

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