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Betrüger wählen oft das Telefon, um an das geld ihrer Opfer zu kommen. Foto: Marc Müller/Symbolbild
Betrüger wählen oft das Telefon, um an das geld ihrer Opfer zu kommen. Foto: Marc Müller/Symbolbild © Symbolbild: dpa
08.09.2015

Immer wieder die gleiche Methode am Telefon

Betrüger nutzen am Telefon oft alte, aber immer wieder verfeinerte Tricks, um vor allem ältere Menschen hinters Licht zu führen. Darüber hatte die „Pforzheimer Zeitung“ berichtet. Nun haben sich weitere Leser aus der Region gemeldet, die von denselben beschriebenen Maschen berichten.

Auch Andrea K. (alle Namen geändert) aus Niefern wollte eine vermeintliche Telekom-Mitarbeiterin einen besseren Tarif anbieten und dazu sofort jemanden vorbeischicken. Dazu solle sie die Rechnung vom vergangenen Monat heraussuchen, wies die Frau am anderen Ende der Leitung mit osteuropäischem Akzent K. an.

Wie bei einem Fall aus Tiefenbronn (die PZ berichtete) steckt jedoch auch hier der Teufel im Details. Die angebliche Telekom-Mitarbeiterin pries der älteren Dame ebenfalls die preiswertere Konkurrenz an. Sandra K. blieb standhaft und legte einfach auf. Der angekündigte Mann tauchte nie vor ihrer Haustüre auf.

Anders bei einem Fall in Ispringen. Dort stand ein Herr in Anzug und mit Tasche vor dem Gartentor von Gerlinde M. Bei ihr hatte die vermeintliche Telekom-Mitarbeiterin ebenfalls angerufen. Auch M. wimmelte sie sofort wieder ab. Doch der vermeintliche Komplize im Anzug erschien einige Tage später trotzdem unangekündigt. „Zum Glück war meine Tochter da“, erzählt M. Diese habe den Mann abgeschreckt, der wortlos wieder abgezogen ist.

Viele Betrüger greifen bei ihren Streifzügen auf die Telekom-Masche zurück. Dabei lenkt ein vermeintlicher Mitarbeiter des Unternehmens das Opfer ab, während ein anderer angeblich Messungen durchführt und die Wohnung durchsucht.

Bei einer anderen Masche am Telefon gaukelt ein angeblicher Mitarbeiter des Softwareanbieters Microsoft seinem Opfer vor, dass dessen Computer nicht mehr richtig funktionieren würde, und bietet auf Englisch ein Programm zur Behebung des Problems an.

Durch dieses erhält der Trickbetrüger Zugang zum Computer – und im schlimmsten Fall auch zum Online-Banking. Der Microsoft-Trick kommt zurzeit wieder häufiger zum Einsatz. „Das war schon im vergangenen Jahr eine große Masche“, weiß Polizeipressesprecherin Sabine Doll.

Bei einer Frau aus Neulingen hatte drei Wochen lang montags bis samstags immer zur selben Uhrzeit eine Englisch sprechende Person angerufen (die PZ berichtete). Davon berichtete jüngst auch eine PZ-Leserin aus Dieltingen. Bei ihr war der Spuk allerdings schon nach zwei Wochen vorbei.

Bei beiden hat sich bisher in der Sache nichts mehr getan. Ob die Vorkommnisse in Neulingen und Dietlingen mit dem Microsoft-Trick in Zusammenhang stehen, kann die Polizei nicht bestätigen.