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Vier Musiker lassen die Zeit der „Rassler“ mit ihrem Programm „Rassler, Bauer, Goldschmied“ in der Alten Schmiede in Öschelbronn wieder aufleben.  Tilo Keller
Vier Musiker lassen die Zeit der „Rassler“ mit ihrem Programm „Rassler, Bauer, Goldschmied“ in der Alten Schmiede in Öschelbronn wieder aufleben. Tilo Keller
13.08.2017

In der Alten Schmiede eine Rückblende auf alte Zeiten

Die Zeit der „Rassler“ haben vier Musiker vom Folk-Club Prisma Pforzheim im urigen Ambiente der Scheune der Alten Schmiede in Öschelbronn Revue passieren lassen. Unter dem Motto „Rassler, Bauer, Goldschmied“ begaben sie sich mit Musik und Texten auf die Spurensuche.

Anlässlich des Pforzheimer Jubiläums „250 Jahre Goldstadt“ haben sich die Musiker Christian Roch, Sven Puchelt, Christina Geruschkat und Roland Bliesener dem Thema der „Rassler“ angenommen und ein Bild der Wanderer zwischen bäuerlicher Tradition und industrieller Moderne nachgezeichnet. „Das ist nicht nur ein Thema für Pforzheim, sondern auch für den Enzkreis, aus dem die Rassler kamen“, erklärte Roch.

„Sicher haben viele der Zuhörer einen persönlichen Bezug zu den Rasslern“, war sich Roch sicher und vermutete Nachfahren von Rasslern oder Goldschmieden unter den Gästen. Im Vorfeld haben sich die Musiker damit beschäftigt, welche Musik die Schmuckarbeiter zu ihrer Zeit gehört und gespielt haben könnten. Da es keine direkten Überlieferungen dazu gibt, wurden alte Lieder neu arrangiert, so wie das Lied „O Schwarzwald, o Heimat“, das auf einem Gedicht aus dem Jahr 1873 beruht. Der Pforzheimer Schmuckfabrikant und Dichter Ludwig Auerbach ließ sich offenbar auf einer Wanderung zum Seehaus zu diesem Gedicht inspirieren, das später zu einem Volkslied wurde. Weiter war zu hören, dass der Zustrom der Landbevölkerung zur Arbeit in der Pforzheimer Schmuckindustrie in den 1850er- Jahren Schwung aufnahm. Auch Frauen eröffnete sich dadurch eine alternative Lebensperspektive, auch wenn sie am unteren Ende der Lohnliste standen.

Die sogenannten Goldschmiedsbauern verdienten als Schmuckarbeiter Geld. „Das Lied „Goldschmieds Heimweg“ diente als sentimentales Bild vom wackeren Goldschmied, der nach getaner Arbeit zu „Haus, Garten, Kopfsalat, Weib und Kind“ strebt. Thematisiert wurde auch die deutsche Auswanderungswelle in Richtung USA, wo arme Bauern und Arbeiter ihr Glück suchten. Passend dazu das Lied „Ein stolzes Schiff“ von Erich Schmeckenbecher.