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Schallexperte Robert Müller-Rhein (rechts) im Gespräch mit Markus Weber aus Waldrennach. Von den 149 Meter langen Rotoren können bis zu 108 Dezibel ausgehen. Foto: Krivec
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Viel Redebedarf haben die Besucher der Infoveranstaltung im Schömberger Kurhaus. Über die insgesamt drei Stunden kommen laufend neue Gäste. Foto: Krivec
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Projektmanager Nikolas Ludwig und Projektentwicklerin Christine Jantos, die für das Genehmigungsverfahren zuständig ist, zeigen, wie die Erschließung geplant ist. Foto: Krivec

Infoveranstaltung in Schömberg: Hier treffen Befürworter und Gegner der Windkraft aufeinander

Schömberg/Neuenbürg. Wenn für das Münchner Unternehmen „BayWa r.e.“ alles glatt läuft, soll der Windpark zwischen Langenbrand und Waldrennach im Oktober 2021 den ersten Strom liefern. Bis dahin müssen die fünf geplanten Anlagen im Staatsforst auf Schömberger und Neuenbürger Gemarkung jedoch noch einige Hürden nehmen. Am Donnerstag hieß es für „BayWa r.e.“, bei den Bürgern Überzeugungsarbeit zu leisten.

Diese hatte das Unternehmen ins Schömberger Kurhaus eingeladen, um über das Projekt zu informieren. Neben strikten Befürwortern dominierten vor allem auch konsequente Windkraftgegner den Nachmittag. Der Austausch verlief trotzdem sachlich.

An sechs Themenstationen konnten sich die Besucher zwischen 16 und 19 Uhr über die Pläne der „BayWa r.e“ schlaumachen. Ein Bürger interessierte sich beispielsweise für die Erschließung und die dafür benötigte Waldfläche. Man werde vor allem die bestehenden Forstwege nutzen, erklärte Nikolas Ludwig, Projektmanager bei „BayWa r.e.“.

Ein Langenbrander wollte wissen, welchen Abstand die 238,5 Meter hohen Windräder zu seinem Ort haben. „Das nächste soll in 1100 Meter Entfernung entstehen“, so Ludwig.

An anderen Tafeln zu Schall, Schattenwurf, Naturschutz oder Bürgerbeteiligung konnten die Bürger mit Mitarbeitern des Münchner Unternehmens oder beauftragten Spezialfirmen ins Gespräch kommen. Die Schömberger Bürgerinitiative Pro Windkraft war ebenso mit einem Stand vertreten, wie der Bundesverband Windenergie (BWE). Die Windkraftbefürworter der BI, Christina Keppler und Günter Höfeld, waren gekommen, um unter anderem übergeordnete Fragen zum Thema Windkraft zu beantworten. Wie man beispielsweise das Problem der Speicherung lösen könne. Der Langenbrander Helmut Andrä vom BWE war ebenfalls gekommen, um bei grundsätzlichen Fragen zu der erneuerbaren Energie Rede und Antwort zu stehen. Eine Frau berichtete dort von einer Bekannten, die die Vibrationen der Windräder in Straubenhardt spüre. Dazu sagte Andrä: Diese seien zwar messbar, aber nicht spürbar. „Die Stärke der Vibration ist entscheidend.“ Ebenso verhalte es sich auch beim Infraschall. Der sei zwar noch in 35 Kilometer Entfernung nachweisbar, so Andrä. Doch auch dabei müsse man den Schalldruckpegel beachten. „Außerdem ist Windkraft nicht die einzige Quelle von Infraschall.“

Unter den Besuchern waren auch zahlreiche Windkraft-Gegner. Vertreter aus Würzbach und der Straubenhardter BI Gegenwind waren gekommen, um sich im Kampf gegen weitere Windräder solidarisch mit den Schömberger Mitstreitern zu zeigen, so Christel Olivier aus Straubenhardt.

„Die Veranstaltung hat überhaupt keine Funktion“, kritisierte wenig später Wolfgang Arnold, Vorsitzender der Bürgerinitiative Langenbrand „Abstand zur Windkraft“. Der geplante Windpark sei eine Katastrophe für einen Ort mit Fremdenverkehr. Hoteliers, Kliniken und das Berufsförderungswerk hätten viel investiert, viele Arbeitsplätze seien dort vorhanden. Diese seien in Gefahr, denn Windanlagen würden Besucher abschrecken, so Arnold.

Das sagten kurze Zeit später auch fünf Frauen, die laut eigenen Aussagen teils im Fremdenverkehr tätig sind. „Wirtschaftlich ist Windkraft nur für den Betreiber, nicht für die Gesellschaft“, sagte Arnold und berief sich dabei auf die staatlichen Subventionen für die Projektierer.