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Katharina Münch vom Enzkreis-Jobcenter (hinten rechts) und Jürgen Fix vom Internationalen Bund (Mitte) im Austausch mit Fachkräften aus Süd- und Nordeuropa. Enzkreis
Katharina Münch vom Enzkreis-Jobcenter (hinten rechts) und Jürgen Fix vom Internationalen Bund (Mitte) im Austausch mit Fachkräften aus Süd- und Nordeuropa. Enzkreis
15.06.2019

Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt als Ziel

Enzkreis. Mit sehr guten Eindrücken ist eine Enzkreis-Delegation aus dem schwedischen Trollhättan zurückgekehrt. Die Gruppe ist Teil des EU-Projekts „DEKOLLA“, an dem neben Trollhättan und dem Enzkreis auch die Bezirksgemeinschaft Überetsch/Unterland in Südtirol, ein freier Träger in der italienischen Provincia Parma und ein Netzwerk von italienischen und schwedischen Kommunen beteiligt sind.

„DEKOLLA“ steht für „Developing migrants’ knowledge about local labour market“ und zielt darauf ab, das Wissen von Geflüchteten und Migranten über den lokalen Arbeitsmarkt zu verbessern. „Durch den Austausch von Erfahrungen und die Entwicklung neuer Ideen soll die Integration in die Arbeitswelt in den einzelnen Ländern gewinnbringend umgesetzt werden“, beschreiben Karoline Schmidt und Katharina Münch vom Enzkreis-Jobcenter den Ansatz. Zur Delegation gehörten außerdem Bildungskoordinator Valentin Damm, Stefan Schröck, Integrationsbeauftragter der Gemeinde Keltern, Karla Kästner, Integrationsmanagerin in Niefern-Öschelbronn, und Jürgen Fix, Kümmerer beim Internationalen Bund (IB).

Auch in Trollhättan sind Fachkräfte rar „und die Firmen sind offen für neue Ideen, wie Zugewanderte in Lohn und Brot kommen können“, so der städtische Wirtschaftsförderer Robin Mashallah, dessen Eltern selbst einst aus dem Irak nach Schweden gekommen waren.

„Besonders eindrucksvoll fanden wir das Support Group Network“, sagt Valentin Damm. Dabei handelt es sich um ein von Geflüchteten gegründetes Netzwerk, das aus den Ressourcen in den eigenen Reihen unterschiedliche Angebote entwickelt hat. „Dieses Netzwerk entstand in einer Großunterkunft in der Umgebung von Trollhättan“, erklärt Damm. Zeitweise seien dort bis zu 1500 Asylbewerber untergebracht gewesen.

So entstanden ein Jugendzentrum, eine Schneiderei, Sprachangebote und Gruppen für Frauen, Kinder und Jugendliche. Im benachbarten Vänersborg wurde ein interkulturelles Begegnungszentrum eröffnet, das von Geflüchteten und ehrenamtlichen Einheimischen gemeinsam betrieben wird. „Diese Form der Selbsthilfe ist nicht nur für die Integration von Geflüchteten hilfreich, sondern kann auch als Modell der allgemeinen Gesellschaftsentwicklung dienen“, findet Katharina Münch. Zudem könne den Menschen das erworbene Wissen in jedem Fall nützen – egal ob sie in Schweden bleiben oder in ihr Herkunftsland zurückkehren werden.

Schon Anfang Juni steht der zweite Austausch an: Dann kommen die Fachkräfte aus Italien und Schweden in den Enzkreis. enz