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Ohne schnelle Datenleitungen  geht nichts mehr, weiß man in den Kommunen, wo das Internet längst Standortfaktor ist.
Ohne schnelle Datenleitungen geht nichts mehr, weiß man in den Kommunen, wo das Internet längst Standortfaktor ist. © dpa, Archiv
26.10.2009

Internetverbindung: Genervt von der langen Leitung

ENZKREIS. Wenn der Kreis eine Straße ausbaut, soll in Zukunft ein Leerrohr für Datenkabel gleich mit in den Boden. Auch die Gemeinden sollen diese Voraussetzung für eine bessere Internetanbindung schaffen. Der Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss des Kreistags unterstützt einen entsprechenden Plan der Kreisverwaltung.

Gleichzeitig soll ein Breitbandatlas aufgestellt werden – als Überblick über die bestehenden Abschnitte der Datenautobahn und über die Baustellen. Außerdem will der Enzkreis ein Beratungsbüro einschalten, an das sich auch die einzelnen Gemeinden wenden können.

Schwung mit viel Anlauf

Dass der Enzkreis jetzt mit Schwung die Auffahrt zur Datenautobahn erleichtern will, stößt bei den Kreisräten auf breite Zustimmung. Sie erinnerten aber auch daran, dass dieser Schwung auf sich habe warten lassen. Die CDU-Kreistagsfraktion hatte mit einem Antrag auf eine höhere Gangart gedrängt. Und Landrat Karl Röckinger gestand zu, dass SPD-Rat Jochen Protzer bereits in seiner Haushaltsrede 2007 Verbesserungen bei der Internetanbindung der Kreisgemeinden angemahnt hatte. „Seitdem ist einiges passiert, aber nicht genug“, so Röckinger.

Beispiele dafür wurden in der Ausschusssitzung genügend laut. Der Grüne Klemens Köberle berichtete von einer Apothekerin aus einem Mühlacker Stadtteil, „die sagt, sie müsse manchmal bis nachts um vier am Computer sitzen, um Bestellungen durchzubekommen“ – das sei unzumutbar. Remchingens Bürgermeister Wolfgang Oechsle berichtete über spärliche Informationen von Netzanbietern: „Wir haben ewig nicht erfahren, dass in unserem Bereich ein Glasfaserkabel liegt.“ Sein Friolzheimer Kollege Michael Seiß erinnerte an die Schwierigkeiten der Heckengäu- und Biet-Gemeinden, mit vereinten Kräften gute Angebote für eine bessere Datenversorgung zu erhalten. Er hofft auf eine bessere Verhandlungsposition, wenn der Enzkreis sich vor den Karren spannt.

Gemeinsam Gas zu geben für die Datenautobahn, hat sich der Enzkreis vorgenommen. Höchste Zeit, meinte auch Kieselbronns Bürgermeister Heiko Faber: „Die Leute werden mit vollmundiger Werbung von Internetanbietern zugeschüttet“, sagte er, „unsere Probleme kennen sie dagegen gar nicht.“