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Schön geschmückt ist die Wildbader Wilhelmstraße. Doch auch bei trockenem Wetter kommt wenig Laufkundschaft in die Fußgängerzone. Foto: Biesinger
Schön geschmückt ist die Wildbader Wilhelmstraße. Doch auch bei trockenem Wetter kommt wenig Laufkundschaft in die Fußgängerzone. Foto: Biesinger
05.12.2018

Interview mit dem Sprecher der Wildbader Einzelhändler über die Innenstadt der Zukunft

Die Wildbader Einzelhändler würden gerne vom Ansturm auf den Sommerberg profitieren. Doch zu wenig Ausflügler machen sich auf den Weg vom Berg ins Tal. Im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ stellt der Sprecher der Wildbader Einzelhändler und Stadtrat, Holger Frey, Ideen für eine Belebung der Innenstadt vor.

Seinen Ort will sich der Inhaber des Modehauses Frey nicht schlechtreden lassen. Er sieht den Einzelhandel trotz Internetkonkurrenz im Aufwind und blickt positiv gestimmt in die Zukunft.

PZ: „Süßer die Kassen nie klingeln, als zur Weihnachtszeit...“ So wird der Klassiker gerne abgewandelt. Klingeln denn die Kassen der Wildbader Einzelhändler im Moment auch süß?

Holger Frey: Ich kann nicht sagen, wie sie bei meinen Kollegen klingeln, ich weiß ja deren Umsätze nicht. Zum Nikolaustag hin läuft es bei uns immer ganz gut und kurz vor Weihnachten geht es dann auch wieder los. Die Urlauber, die kurz vor Weihnachten kommen, über Heiligabend bleiben und auch zwischen den Jahren hier sind, kaufen sehr gut ein und kommen fast jedes Jahr.

PZ: Ihr Geschäft lebt also mehr von den Urlaubern als von den Einheimischen?

Holger Frey: Wir haben zwar auch einheimische Stammkunden, aber wir leben eher von den Gästen und von den Patienten der umliegenden Ärzte und Kliniken. Außerdem haben wir viele Tagesgäste, die mit der Enztalbahn nach Bad Wildbad kommen. Unsere Kunden kommen aus Birkenfeld, Pforzheim, Mühlacker und sogar von der Schwäbischen Alb. Unser Umsatz ist leicht gestiegen, aber wir sind ja schon froh, wenn er gleich bleibt.

PZ: Wie wichtig ist denn das Weihnachtsgeschäft für Sie?

Holger Frey: Textil war früher unter dem Christbaum die Nummer zwei oder drei. Heute ist Textil auf Platz 15 oder 16. Heute stehen Handy oder andere Elektronik-Artikel ganz oben auf der Wunschliste. Früher hat man sich auch mal über eine Jacke oder ein Hemd gefreut. Das Internet macht uns natürlich schon zu schaffen. Wenn ich so darüber nachdenke, ist der Standort Wildbad aber eigentlich gar nicht so schlecht. In Pforzheim gibt es Ein-Euro-Shops oder Döner-Läden. Gute Kleiderläden gibt es dort hingegen nicht mehr viele. Wir sind in der Region inzwischen der größte Herren-Ausstatter.

PZ: Externe Berater und ein Arbeitskreis Innenstadt sollen dafür sorgen, dass die König-Karl- und die Wilhelmstraße als Haupteinkaufsstraßen von Wildbad belebt werden. Tragen die Bemühungen Früchte?

Holger Frey: Das läuft jetzt alles erst an. In der Fußgängerzone gab es dieses Jahr im Sommer eine schöne Bepflanzung. Wir überlegen gerade, ob wir bunte Regenschirme über der Wilhelmstraße spannen. Ob wir die Bodenplatten der Fußgängerzone bemalen und damit die Ausflügler optisch von der Bergbahn-Talstation in der König-Karl-Straße in die Wilhelmstraße leiten. Die Ideen sind da, aber die Umsetzung ist natürlich von der Haushaltslage der Stadt abhängig. Gelder zur Stärkung des Einzelhandels sind für das nächste Jahr eingeplant. Was wir umsetzen können, wird sich zeigen.

Mehr über die Situation des Wildbader Einzelhandels lesen Sie am Donnerstag, 6. Dezember in der „Pforzheimer Zeitung Nordschwarzwald“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.