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Rudolf Reisinger vor seinem letzten beruflichen Projekt: das Gymnasium Remchingen in Singen.
Rudolf Reisinger vor seinem letzten beruflichen Projekt: das Gymnasium Remchingen in Singen.
07.07.2016

Interview mit dem scheidenden Rektor des Remchinger Gymnasiums: „Die Schüler haben sich sehr verändert“

Seit fast 60 Jahren an der Schule und trotzdem nicht sitzengeblieben, sondern wertvolle Spuren hinterlassen: Das muss Rudolf Reisinger erst mal einer nachmachen. Als Schüler, als Lehrer unter anderem für Mathematik und Sport, schließlich als Schulleiter hat der in Jöhlingen geborene und in Wössingen aufgewachsene Oberstudiendirektor viel erlebt. Heute wird er in der Aula des Remchinger Gymnasiums, welches er bereits vor Baubeginn maßgeblich mitgeprägt hat, in den Ruhestand verabschiedet. Am 31. Juli folgt die Schlüsselübergabe. Was bis dahin noch rot im Terminkalender steht, an was er sich besonders gerne zurück erinnert und was in Zukunft auf dem Stundenplan steht, erzählt er im Interview.

PZ: Herr Reisinger, 57 Jahre nach Ihrer Einschulung steht nun der letzte Schultag vor der Tür. Wohl keiner hat das Remchinger Gymnasium so mitgeprägt wie Sie. Kommt da nicht ein wenig Wehmut auf?

Rudolf Reisinger: Ich bin ehrlich, mir gehen dieser Tage unheimlich viele Gedanken durch den Kopf. Der allerwichtigste: Ich kann sagen, ich bin ein glücklicher Mensch, glücklich, hier angekommen zu sein, glücklich durch eine liebe Familie und glücklich, dass mein letztes berufliches Projekt – das Gymnasium Remchingen – auf einem sehr, sehr guten Stand ist. Das betrifft sowohl das Kollegium als auch die Ausstattung und das Ergebnis der Fremdevaluation. Ich kann dieses Projekt guten Gewissens übergeben.

Was steht unbedingt noch rot im Terminkalender, bevor Sie den Schreibtisch räumen?

Der Schuljahresschluss ist immer besonders intensiv. Die Personalplanung und die Zuordnungen von Lehrern und Klassen stehen an, ferner eine verantwortungsvolle Vorbereitung und Durchführung der Versetzungskonferenzen. Und dann kommt die Übergabe der Amtsgeschäfte, eher eine kleinere Sache. Am 31. Juli werde ich die Schlüssel abgeben.

Abgeben an wen?

Ich weiß mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, wer da sitzen wird, und bin überzeugt, dass es die richtige Person ist. Alles ist in trockenen Tüchern, aber ich darf erst, wenn ich die Unterschrift des Kultusministeriums gesehen habe, darüber reden.

Ein Blick zurück: Können Sie sich noch an Ihren ersten Schultag erinnern?

Am 20. April 1959 bin ich morgens in die Volksschule in Wössingen geschickt worden mit einer Aktentasche mit Lederriemen als Schulranzen, darin war eine Schiefertafel, unser Hauptarbeitsgerät. Eine Schultüte hatte ich nicht.

Sind die Schüler heute noch dieselben wie früher?

Da hat sich schon sehr viel verändert, die Einflüsse waren auch mit der Zeit ganz andere. Auch im Gymnasium ist in zunehmendem Maße Heterogenität eingekehrt, was die Arbeit nicht unbedingt leichter macht. Aber das ländliche Einzugsgebiet hier und in Königsbach spürt man – und das ist etwas sehr Positives.

Das ganze Interview lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.