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Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten chronischen Schmerzen. Foto: dpa-Archiv/Oliver Killig
Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten chronischen Schmerzen. Foto: dpa-Archiv/Oliver Killig
04.06.2019

Interview mit einem Experten: Chronische Schmerzen – Wie kommt man raus aus der Spirale?

Bad Wildbad. Etwa zehn bis zwölf Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen. Bei ungefähr zwei bis vier Millionen sind die Schmerzen so ausgeprägt, dass sie zu deutlichen Beeinträchtigungen im Alltag und im Berufsleben führen.

Folgen sind unter anderem sozialer Rückzug, Niedergeschlagenheit, Depressionen oder auch Medikamentenmissbrauch. Dr. Edgar Bauderer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie der Sana Kliniken Bad Wildbad, zeigt im PZ-Interview auf, welche Auswege aus dieser Schmerzspirale existieren.

PZ: Mit welchen Wünschen kommen die Patienten zu Ihnen und wie realistisch sind diese?

Edgar Bauderer: Sätze wie „Ich bilde mir die Schmerzen doch nicht ein“ oder „Ich möchte einfach mal wieder schmerzfrei sein, wenigstens für einen Tag“ fallen immer wieder. Wenn die Schmerzen, trotz Einnahme von Medikamenten, weiter anhalten, oder die Schmerzmittel nicht gut vertragen werden und auch andere Strategien nicht ausreichend wirksam sind, kann dies ein Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht im Umgang mit den Schmerzen hervorrufen, das seinerseits schmerzverstärkend wirkt. In der Schmerzambulanz versuchen wir, durch die Umsetzung eines auf das jeweilige Schmerzbild individuell angepassten Therapieplans, diesen Schmerzkreislauf zu durchbrechen.

PZ: Sind Schmerzmittel das Allheilmittel?

Bauderer: Die meisten Patienten mit chronischen Schmerzen nehmen bereits über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel ein. Es gibt chronische Schmerzpatienten, die medikamentös stabil eingestellt werden können. Häufig ist es aber so, dass je länger die Schmerzen andauern, der Effekt umso geringer ist, und darüber hinaus steigt das Risiko von Nebenwirkungen. Bei längerfristiger Schmerzmitteleinnahme können die Medikamente sogar zu einer Schmerzverstärkung führen.

PZ: Was hilft denn dann?

Bauderer: Zunächst ist eine umfassende Diagnostik erforderlich, mit ausführlicher Anamnese, einem körperlichen Befund unter Berücksichtigung der bislang erfolgten Untersuchungen. Es ist wichtig, zu erkennen, welche Faktoren zu einer Chronifizierung beitragen. Die Therapie bei chronischen Schmerzen basiert auf einem bio-psycho-sozialen Schmerzverständnis, so dass häufig ein interdisziplinärer Therapieansatz die besten Ergebnisse für den Patienten ermöglicht. Die Einbindung des Patienten in das Therapiekonzept halte ich für sehr wichtig. Bei chronischen Schmerzpatienten ist dann häufig auch die Reduktion der Medikamenteneinnahme möglich.

Das ausführliche Interview lesen Sie am Mittwoch, 5. Juni 2019, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.