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Das Traditionslokal „Grüner Wald“ in Hamberg steht seit rund zwei Jahren leer. Ein Neustart stößt nicht bei allen Anwohnern auf Gegenliebe. Foto: PZ-Archiv, Ketterl
Das Traditionslokal „Grüner Wald“ in Hamberg steht seit rund zwei Jahren leer. Ein Neustart stößt nicht bei allen Anwohnern auf Gegenliebe. Foto: PZ-Archiv, Ketterl
07.10.2015

Investor Sven Bogner möchte Traditionslokal in Hamberg wiederbeleben

Die geplante Wiederbelebung der Gaststätte „Grüner Wald“ in Hamberg stößt nach wie vor auf geteilte Reaktionen. Da gibt es Menschen, die sich freuen, dass die Ortsmitte attraktiver werden soll. Es melden sich aber auch Anwohner zu Wort, die vor allem zunehmenden Lärm und Verkehr im Blick haben. Anfang der Woche hat es nun ein Gespräch mit allen Beteiligten gegeben – die Bedenken konnten dabei aber nicht ausgeräumt werden, wie Bürgermeister Oliver Korz auf PZ-Anfrage mitteilt.

Wichtig war aber, dass alle zu Wort kommen konnten“, betont Korz, der zu dem Treffen im Sportheim eingeladen hatte. Rund 40 Teilnehmer waren gekommen: der Investor, Gemeinderäte und Anwohner.

Wie berichtet, hat die Gemeinde bereits grünes Licht für das Projekt gegeben – nun liegt die Entscheidung beim Landratsamt. Investor Sven Bogner, ein Ur-Hamberger, möchte das Traditionslokal in der Ortsmitte, das seit zwei Jahren leer steht, sanieren und umbauen. Neben der Gastronomie sollen im Innenhof ein Biergarten und eine Hausbrauerei entstehen. Außerdem soll ein Mehrfamilienhaus neben dem Lokal saniert werden, auf der Freifläche daneben ist der Neubau eines Sechs-Familienhauses geplant.

„Ich fand es schade, dass es im Ort gar keine Gastronomie mehr gibt“, meint Bogner, Geschäftsführer der Firma EuroAvionics GmbH in Pforzheim. „Als ich klein war, gab es hier in Hamberg vier Gasthäuser.“ So sei er eines Tages, als er an dem Verkaufsschild vorbeifuhr, auf die Idee gekommen, selbst aktiv zu werden. Aus dieser Idee ist inzwischen ein Projekt geworden, in das er einige Millionen Euro investiert – vorausgesetzt, er erhält die Genehmigung. Das Lokal müsse größer als früher werden, betont er. Schließlich werde er nicht selbst hinterm Tresen stehen, sondern müsse Personal einstellen. „Da braucht man natürlich einen gewissen Umsatz, damit es sich trägt.“ Deshalb sei zum Beispiel der Biergarten notwendig. „Sonst kann ich das ganze Projekt nicht machen.“ Er habe bei der Planung aber von Anfang an Wert auf den Lärmschutz gelegt, es gebe sogar ein Lärmschutzgutachten. Bei der Gemeinde und vielen Anwohnern ist sein Vorhaben auf Wohlwollen gestoßen. Einige Bürger leisteten aber erheblichen Widerstand. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, so der Firmenchef.

Wie Bürgermeister Oliver Korz berichtet, wurden bei dem gemeinsamen Gespräch die Kritikpunkte noch einmal thematisiert. Dabei geht es neben dem Lärm auch um die Themen Parkplätze, Geruchsbelästigung und Gebäudehöhe. „Das wird jetzt alles beim Baurechtsamt des Landratsamtes geprüft.“ Korz betont erneut, dass er es begrüßen würde, wenn in das verwaiste Lokal in der Hamberger Ortsmitte wieder Leben einziehen würde. „Ich sehe darin eine Chance für den Ort, sich weiterzuentwickeln.“ Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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