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Thomas Knapp hat Stefan Mappus mit einem "Irren" verglichen.
Thomas Knapp hat Stefan Mappus mit einem "Irren" verglichen.
11.03.2011

"Irren"-Vergleich: FDP und Junge Union kritisieren Knapp, Rückendeckung von den Jusos

PFORZHEIM/ENZKREIS. Nachdem der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Knapp Ministerpräsident Stefan Mappus auf einem Podium zur Landtagswahl mit einem „Irren“ verglichen hat, gibt es jetzt scharfe Kritik vom FDP-Kreisverband und der Jungen Union.

Für den Kreisverband Pforzheim/Enzkreis der FDP kommentiert der stellvertretende Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Erik Schweickert, MdB, die persönliche Beleidigung des Ministerpräsidenten durch den SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Knapp folgendermaßen: „Auch in aufgeregten Wahlkampfzeiten ist es absolut unerträglich, den gewählten Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg als „Irren“ zu verunglimpfen.“ Solche persönlichen Herabsetzungen schaden nach Ansicht von Schweickert dem Ansehen der Politik insgesamt und förderten die Politikverdrossenheit. Es sei unerträglich einen solchen Stil in einer öffentlichen Veranstaltung vor hunderten von Zuhörern in den politischen Diskurs zu bringen. Namens des FDP-Kreisverbands fordert Schweickert Knapp dazu auf, sich zu entschuldigen und zu einer sachlichen Argumentationsebene im Wahlkampf zurückzukehren.

Die Junge Union fordert eine Rückkehr zu den Fakten. Auch im Wahlkampf gelte es, dem politischen Gegner den nötigen Respekt entgegen zu bringen. Auf Beleidigungen sollte man auch in der heißen Phase des Wahlkampfs verzichten, fordert daher die Junge Union Enzkreis/Pforzheim.

Der Vergleich des SPD-Landtagskandidaten Knapp sei auch mit der heißen Phase des Wahlkampfs nicht erklärbar, so die JU-Kreisvorsitzende Nicole Schreiber: „Wer in einer sachlich führbaren Diskussion die Nerven verliert und den politisch Andersdenkenden beleidigt, der muss sich fragen lassen, ob er charakterlich den Aufgaben eines Landtagskandidaten gewachsen ist“.

Auch der Pressesprecher der Jungen Union Enzkreis/Pforzheim, Andre Stuber, zeigt sich über das Verhalten Knapps verwundert: „Thomas Knapp ist ja kein Neuling auf der politischen Bühne und sollte in der Lage sein, eine Diskussion auch sachlich zu führen. Ein solcher Fehlgriff ist unangemessen“. Wenn sich Politiker gegenseitig beschimpfen und „Idioten“ nennen, schadet dies dem Ansehen der gesamten Politik im Land. Die Junge Union fordert offiziell keine Entschuldigung, fände Sie aber angemessen und appelliert an die gute Kinderstube des SPD-Politikers.

Rückendeckung erhält Knapp hingegen von den Jusos. Es sei schon sehr bemerkenswert, dass sich die Debatte nach der Podiumsdiskussion im Kulturhaus Osterfeld nur um diese eine Aussage von Thomas Knapp drehe. Die FDP und die Junge Union schadeten sich nur selbst mit der Skandalisierung dieser Aussage. Man erkenne an ihrer Reaktion, dass sie die politische Diskussion scheuen, wenn sie nur über die Argumentationsweise von Thomas Knapp diskutieren wollten.Eine Entschuldigung sei hierbei eine reine Sache zwischen Thomas Knapp und Stefan Mappus und müsse deshalb nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten werden.

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