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09.01.2009

Ispringens Bürgermeister in Ruhestand versetzt

ISPRINGEN. Worüber seit langem diskutiert wird, ist jetzt amtlich: Der seit Monaten kranke Ispringer Bürgermeister Heinrich Kemmet (37) wird in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Diese Entscheidung gab das Landratsamt bekannt.

Ein amtsärztliches Gutachten komme zu dem Ergebnis, „dass Kemmet aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, seine bisherigen Dienstpflichten als Bürgermeister zu erfüllen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Enzkreis von gestern.

In solchen Fällen sehe das Gesetz vor, den Bürgermeister in den Ruhestand zu versetzen. „Das habe ich getan. Aus gesundheitlichen Gründen gab es hierzu keine Alternative“, erklärte Landrat Karl Röckinger. Am 1. Februar tritt die Verfügung in Kraft. Bis dahin bleibt Kemmet krank geschrieben. Nach PZ-Recherchen kann Kemmet, der knapp acht Jahre die Gemeinde Ispringen regiert hat und bereits zuvor im öffentlichen Dienst tätig war, rund 2000 bis 2500 Euro monatlich an Ruhestandsbezügen erwarten.

Schon am nächsten Donnerstag steht das Thema „Wahl des Bürgermeisters“ auf der Tagesordnung des Gemeinderates. „Die Verwaltung schlägt als Wahltag den 29. März und als Termin für eine mögliche Wiederholungswahl den 19. April vor“, sagte Amtsverweser Volker Winkel (51) zur PZ.

Der Ettlinger ist seit 1. Oktober vorübergehend der erste Mann im Rathaus. Ob er selbst auf dem Stimmzettel stehen wird, will er zuerst dem Gemeinderat mitteilen. CDU-Fraktionsvorsitzender Martin Kärcher signalisiert bereits: „Ich würde es begrüßen, wenn er sich bewerben würde.

Volker Winkel setzt sich sehr für die Gemeinde ein. Ich bin aber auch für andere Kandidaten offen.“ Bei den meisten Kommunalpolitikern herrscht Erleichterung über die Entscheidung des Landratsamtes, aber auch Verständnis für die gesundheitlich und menschlich schwierige Situation Kemmets.

So meint der fraktions- und parteilose Erste Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Wolfgang Ballarin: „Die Hängepartie ist beendet“. Der niedergelassene Arzt fügt hinzu: „Persönlich tut es mir leid für Herrn Kemmet. Zum Wohle der Gemeinde ist es aber gut, dass wieder agiert werden kann.“

CDU-Sprecher Martin Kärcher betont: „Ich bin froh, dass wir demnächst einen neuen Bürgermeister bekommen.“ Ähnlich hört es sich bei SPD-Fraktionschef Uwe Münzinger an: „Wir haben endlich Sicherheit. Für Herrn Kemmet ist es schade, dass er nicht mehr seinen Beruf ausüben kann.“