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2013 hielt besagter Stein, in den die alte Jahreszahl eingemeißelt ist, noch eine Mauer am Technischen Rathaus.  Foto: Schabert 
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So lagert der steinerne Zeuge aus alten Tagen Wildbads gegenwärtig im Lager des Bauhofs.  Foto: Schabert 

Ist das Wildbads ältester steinerner Zeitzeuge?

Bad Wildbad. Ein Stein könnte vor fast 600 Jahren bearbeitet worden sein. Ganz gesichert ist das aber nicht.

Das mit älteste steinerne Dokument aus der Vergangenheit Bad Wildbads – wenn nicht gar das älteste – liegt derzeit im Lager des Bauhofs am Ende der Laienbergstraße. Der Stein, der wohl im Jahr 1422 bearbeitet wurde, war einst in eine Mauer am Technischen Rathaus eingebaut. Stammen könnte er von der Vorstadtkirche, die 1844 abgetragen wurde.

Wenn die von manchen Freunden der Heimatgeschichte angenommene Jahreszahl 1422 stimmt, dann wäre der Stein der älteste Zeuge der Vergangenheit in der Bäderstadt. Aber mit den alten Zahlen ist es eben so eine Sache: Schrift-Forscher gehen davon aus, dass Jahreszahlen vor 1400 bis 1450 – mit Ausnahme von seltenen Einzelfällen – in Deutschland nur in Handschriften in arabischen Ziffern vorgekommen sind.

Die Vier wurde zuvor oft als halbe Acht dargestellt, was bei der zweiten Ziffer so sein könnte. Für 1422 könnte sprechen, dass exakt in diesem Jahr in der Gegend mehrere Kirchen beziehungsweise Kirchtürme gebaut oder erhöht wurden.

Auch Kreisarchivar Martin Frieß hat sich die Zahl im Stein angesehen. Er neigt bei der zweiten Ziffer eher zur Fünf oder Sechs. Würde das zutreffen, wäre der Stein eben nicht das älteste Dokument.

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