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Ein junges Wildschwein ist von einem Auto erfasst worden: Jäger in der Region schlagen Alarm, dass es derzeit soviel Schwarzwild gibt, dass es häufiger zu solchen Unfällen kommt. Fatal für die Tiere. Aber auch für die Autofahrer kann es bei ausgewachsenen Wildschweinen extrem gefährlich werden. Foto: Pleul, dpa-Archiv
Ein junges Wildschwein ist von einem Auto erfasst worden: Jäger in der Region schlagen Alarm, dass es derzeit soviel Schwarzwild gibt, dass es häufiger zu solchen Unfällen kommt. Fatal für die Tiere. Aber auch für die Autofahrer kann es bei ausgewachsenen Wildschweinen extrem gefährlich werden. Foto: Pleul, dpa-Archiv
01.11.2017

Jäger mahnen Autofahrer zur Vorsicht wegen vieler Wildschweine in der Region

Matthias Jäck ist ein Jäger mit großer Erfahrung. Er kennt die Situation, dass er angerufen wird, wenn ein Autofahrer einen Zusammenstoß mit einem Wildtier hatte.

Doch in den vergangenen Tagen musste er so oft raus zu wirklich schweren Unfällen, dass er zum Telefonhörer griff. „Es wäre gut, wenn die Autofahrer wüssten, dass die Gefahr von Wildunfällen derzeit außergewöhnlich hoch ist“, sagte Jäck der PZ. Er möchte für ein vorsichtiges Fahren auf Waldstrecken sensibilisieren. Denn vor allem mit Wildschweinen gibt es immer wieder Unglücke. Erst vergangenen Freitag seien zwei Autos in eine ganze Rotte gefahren, so der Jäger. Und in der Woche zuvor sei ein rund 150 Kilogramm schweres Schwein in einen Unfall verwickelt gewesen. Mit fatalen Folgen für das Tier. Aber auch das betroffene Auto sei total beschädigt gewesen.

Appell zum langsam Fahren

Der Appell des Jägers, auf Strecken wie derjenigen zwischen Gräfenhausen und Ellmendingen oder in anderen Waldgebieten langsam zu tun, findet ein deutliches Echo. Der Grund: Die schiere Zahl der Wildschweine in den Wäldern lässt die Sorgen vor zunehmenden Unfallgefahren wachsen. Der Wildtierbeaufragte im Enzkreis und Kreisjägermeister Dieter Krail aus Neuhausen-Hamberg beschreibt das Problem ganz genauso. Krail macht die Buchenvollmast im zurückliegenden Jahr und den milden Winter dafür verantwortlich, dass es vor Schwarzkitteln in der Region geradezu wimmelt. Die Wildschweine seien regelrecht „feist“ aus der Winterzeit gekommen seien, so Krail. Das habe schließlich dafür gesorgt, dass sogar sehr junge Tiere schon wieder selbst Nachwuchs in Form von Frischlingen hätten.

Dass ein Jäger aus Birkenfeld Alarm schlägt, überrascht den Kreisjägermeister nicht. Die Gemeinde zähle zu den Gebieten, die für hohe Wildschweinpopulationen bekannt seien. Das zeige sich nicht nur an Unfällen, sondern auch an Flurschäden. Ganz allgemein seien Wiesen im Enzkreis stärker durch wühlende Rotten in Mitleidenschaft gezogen. Die Jäger versuchen gegenzusteuern. Allerdings wäre ein deutlich strengerer kommender Winter sehr hilfreich.

Im laufenden Jahr sind beispielsweise im Bereich der Gemeinde Birkenfeld 40 Wildunfälle passiert, heißt es beim Polizeipräsidium Karlsruhe auf PZ-Anfrage. „Dabei handelte es sich um alle Vorkommnisse mit Wildtieren, also etwa auch Rehen oder Dachsen“, so Polizeipressesprecherin Marion Kaiser. Bei 16 dieser 40 Unfälle seien Wildschweine beteiligt gewesen.