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Drei mit Sendern ausgestattete Hirsche wurden Ende Januar von Jägern erschossen. Foto: Fotolia

Jäger töten die falschen Hirsche: Geschützte Tiere im Nordschwarzwald abgeschossen

Nordschwarzwald. Die gute Nachricht: Mila-Alice vom Sommerberg lebt. Die besenderte Hirschkuh, die mit ihrem Halsband und den auffälligen Ohrmarken zum wohl berühmtesten Tier auf dem Bad Wildbader Sommerberg wurde, erfreut sich bester Gesundheit. Die schlechte Nachricht: Olga von der Hohendohle, die ebenfalls mit einem Senderhalsband und Ohrmarken ausgestattet, unter anderem auch durch die Bad Wildbader Wälder streifte, wurde von einem unaufmerksamen Jäger am 25. Januar erschossen. Einen Tag später fiel in einem anderen Bereich auch Trudel der Gewehrkugel eines Jägers zum Opfer. Bereits am 22. Januar erwischte es Georg vom Lehenkopf.

„Wir unterstellen den Jägern keine Böswilligkeit“, sagt Dominik Fechter von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. In der Dämmerung seien auch farbige Halsbänder und Ohrmarken eventuell schwer zu erkennen. Dem Projektkoordinator für die Rotwildkonzeption Nordschwarzwald ist dennoch die Enttäuschung anzumerken. Nächtelang legten sich seine Kollegen auf die Lauer, um im Nordschwarzwald Hirsche mit Senderhalsbändern auszustatten. Sie erforschten das Leben von Olga, Trudel und Georg. Sie gewannen tiefe Einblicke und hatten die Tiere durch die GPS-Sender auf Schritt und Tritt im Blick. Und nun wurden die Tiere von einem Augenblick auf den anderen erlegt. Besonders ärgerlich: Die Jäger, die im Rotwildgebiet Nordschwarzwald auf die Pirsch gehen, werden im Vorfeld darüber informiert, dass sich dort besenderte Hirsche befinden. Sie dürfen auf keinen Fall abgeschossen werden. Und doch ist es nun innerhalb weniger Tage gleich drei Mal passiert.

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