nach oben
Das Jäger-Urteil sorgt auch im Enzkreis für Aufsehen.
Das Jäger-Urteil sorgt auch im Enzkreis für Aufsehen. © dpa
25.01.2011

Jäger-Urteil sorgt auch im Enzkreis für Aufsehen

ENZKREIS. Ein Waldbesitzer aus Stutensee im Kreis Karlsruhe ist mit einer Beschwerde gegen die Jagd in seinem Wald vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert. Der 56-Jährige lehnt die Jagd aus ethischen Gründen ab. Mit seiner Klage gegen Deutschland hatte er sich dagegen gewehrt, Jäger in seinem Wald dulden zu müssen und als Waldbesitzer automatisch Mitglied einer Jagdgenossenschaft zu sein – in diesem Fall der Stadt Langsur bei Trier in Rheinland-Pfalz. Auch im Enzkreis sind sich Jäger und Waldbesitzer nicht immer grün, wenngleich sie nicht die Argumente des Mannes aus Stutensee teilen.

Die automatische Mitgliedschaft ist im Bundesjagdgesetz festgeschrieben. Die Waldbesitzer erhalten von den Jägern eine Pacht. Der Mann hatte vergeblich versucht, seine Mitgliedschaft aufzulösen. Sie sei durch das öffentliche Interesse gerechtfertigt, befanden die Straßburger Richter in ihrem Urteil. Mit der Jagd werde der Wildbestand kontrolliert, die Artenvielfalt geschützt und mögliche Wildschäden würden vermieden. Der baden-württembergische Agrarminister Rudolf Köberle (CDU) begrüßte das Urteil des Straßburger Gerichts. „Es stärkt dem bewährten Revierjagdsystem den Rücken. Eine flächendeckende Wildtierbewirtschaftung, die nicht an zufälligen Grundstücksgrenzen haltmacht, ist eine wichtige Voraussetzung für eine zeitgemäße Jagdausübung“, sagte der Minister. Das in der Menschenrechtskonvention garantierte Recht auf Schutz des Privatbesitzes sehen die Richter nicht verletzt. Sie verwiesen darauf, dass der Waldbesitzer aber Schadenersatz beanspruchen kann, falls durch die Jagd auf seiner Fläche Schäden angerichtet werden. Der Deutsche Bauernverband sieht in der Gerichtsentscheidung einen großen Erfolg für Jagdgenossenschaften, Landwirte und Jäger.