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Vor der Maulbronner Hubertusmesse der Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim am Samstag wurde im Klosterhof traditionell von den Jagdhornbläsern Mühlacker unter die Strecke mit den zuvor erlegten Tieren verblasen.  Foto: Prokoph 

Jägergottesdienst lockt 150 Besucher in den Klosterhof

Maulbronn. In einem Gehege lagen im Maulbronner Klosterhof eine Reihe toter Tiere als sogenannte Strecke aufgebaut. Denn dort wurde am späten Samstagnachmittag die Hubertusfeier der Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim abgehalten. Zum Hegering I – einer von insgesamt fünf Hegeringen – gehören rund 900 Jäger aus dem Enzkreis von Mühlacker bis Neuhausen sowie Maulbronn, Knittlingen und Oberderdingen. Im jährlichen Wechsel findet die Hubertusfeier einmal in Pforzheim und im darauffolgenden Jahr dann in Maulbronn statt. Und so hatten sich rund 150 Besucher versammelt, um dem traditionellen Verblasen der Strecke mit Kreisjägermeister Dieter Krail beizuwohnen, der dazu in seiner Rede auch die Hubertuslegende als Schutzpatron der Jäger, Natur und Umwelt, erläuterte.

Umrahmt wurde die Feier von den Jagdhornbläsern Mühlacker unter der Leitung von Michael Müller. „Die Jagdstrecke wird so gelegt, dass in der ersten Reihe das Hochwild liegt und das stärkste männliche Stück rechts außen“, erklärte Kreisjägermeister Krail die Prozedur. Denn das Wild teile sich auch heute noch in Hoch- und Niederwild. Das ist deshalb so, weil in früheren Zeiten nur der Hochadel Hochwild, wie Rot-, Dam-, Schwarz-, Gams- und Auerwild jagen durfte, führte Krail aus. Rehwild, Hase, Fasan, Rebhuhn, Wildente und Raubwild gehören zum Niederwild. Die Wildtiere waren nachmittags auf einer Treibjagd in Lienzingen erlegt worden.

Ganzes Jahr erhältlich

„Das Fleisch von unserem Wild ist fettarm, nährstoffreich und biologisch in der Natur aufgewachsen“, verdeutlichte Krail, dass beim Jäger Wildschweinefleisch das ganze Jahr über gekauft werden könnte. Überdies könnte Wildbret von Wildschweinen in allen Naturparkmärkten gekauft werden. Denn der Naturpark Schwarzwald-Mitte-Nord starte derzeit die Aktion, „Wilde Sau“.

Dann spielten die Jagdhornbläser die Signale, „Sau tot“, „Reh tot“, „Hase tot“, „Kaninchen tot“, „Flugwild tot“, „Fuchs tot“ und „Raubwild tot“, zu denen Krail dann jeweils die erlegten Tiere erklärte. Die sich daran anschließende Hubertusmesse in der Klosterkirche zelebrierte die Maulbronner Pfarrerin Christine von Wagner. Und die Jagdhornbläser Heimsheim unter der Leitung von Bernd Hälsig umrahmten die Messe musikalisch.