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Joachim Grunwald ist bis heute als Seelsorger tätig – unter anderem.  Foto: Fux 

Jeder neue Tag ist ein Geschenk: Pfarrer Joachim Grunwald wird 90

Pforzheim/Neuhausen-Steinegg. Dieses Silvester feiert der katholische Pfarrer, Joachim Maria Sylvester Grunwald seinen 90. Doch Pfarrer Grunwald, der eigentlich schon lange im Ruhestand ist und im betreuten Wohnen im Landhaus Sankt Josef in Steinegg lebt, merkt man sein Alter nicht an.

Ganz im Gegenteil: Grunwald hilft bis heute kräftig in der Seelsorge mit, zelebriert Gottesdienste, unterstützt seine Kollegen sowie den Caritasverband Pforzheim. Grunwald, der am Computer Interview-Fragen per E-Mail beantwortet, mit seinem eigenen Auto unterwegs ist und noch selbst einkaufen geht, ist körperlich und geistig junggeblieben.

Auf die Frage, wie er es schafft, so rege und fit zu bleiben, antwortet der katholische Geistliche: „Unverdient wurde mir eine solide körperliche, wie geistig-seelische Konstitution von Gott durch meine Eltern ins Leben mitgegeben“. Eine bescheidene Lebensweise und ein reges Interesse für das, was in Kirche und Welt so gehe, würden ihn jeden Tag als neues Geschenk erleben lassen. Man verspürt sofort, dass er seinen Beruf als Berufung versteht, denn der 90-Jährige schafft es immer wieder Menschen für den Glauben zu begeistern.

Grunwald wünscht sich Ende der Pandemie fürs neue Jahr

In den 33 Jahren als Pfarrer der Sankt Elisabeth Gemeinde in Pforzheim verstärkte sich in ihm die Gewissheit – selbst Heimatvertriebener – dass er als Pfarrer speziell in diese Gemeinde gerufen worden sei.

Denn in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts seien in der Pfarrgemeinde Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion aufgenommen worden. „Nach langem Unterwegssein sehnten sie sich nach einer neuen Heimat. Meine eigene Erfahrung von Heimatlosigkeit half mir mit himmlischem Beistand, den Umsiedlern Optimismus beim neuen Anfang zu vermitteln“, betont der Seelsorger. Später erfahrene Dankbarkeit von Umsiedlern sei für Grunwald immer ein kostbares Geschenk gewesen. „Mein schlichter Glaube an Gottes unbegreifliche Liebe zu uns Menschen hat sichtbare Früchte hervorgebracht“, ist der Pfarrer überzeugt.

Und was wünscht sich der Geistliche für das kommende Jahr und für sein persönliches neues Jahrzehnt? „Wie wir alle, so wünsche auch ich mir ein baldiges Ende der Pandemie, allerdings dann mit der Bereitschaft möglichst vieler für ein Umdenken, beispielsweise für einen bescheidenen Lebensstil“, sagt Grunwald und hat auch das Klima und die Umwelt im Blick. „Nachfolgende Generationen brauchen zum Leben eine intakte Umwelt. Sie möchten sich wie jeder von uns heute und auch ich an Gottes wunderbarer Schöpfung erfreuen“, so der Jubilar.