Jugendliche können künftig in Königsbach-Stein mitreden

Königsbach-Stein. Jugendliche sollen in Königsbach-Stein künftig stärker beteiligt werden – und zwar in Form eines Jugendforums, das nach Möglichkeit noch vor den Sommerferien stattfinden soll. Einstimmig hat der Gemeinderat dafür in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung grünes Licht gegeben. Eine Diskussion gab es im Gremium nicht, sondern nur Bestätigung für die eingeschlagene Richtung.

Etwa von Dominique Schünhof (FW), die sagte: „Wir sollten uns ganz klar weiter auf den Weg machen.“ Nachdem die Grünen im Herbst 2019 eine stärkere Beteiligung von Jugendlichen beantragt hatten, wurde anschließend eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Ratsfraktionen, mit Bürgermeister Heiko Genthner, mit Ordnungsamtsleiter Dominik Laudamus und Kreisjugendpfleger Guido Seitz gebildet.

Niederschwellige Beteiligung

Nach dem Austausch in mehreren Videokonferenzen war man sich einig, dass dauerhafte Konzepte wie ein Jugendgemeinderat aktuell noch nicht das Mittel der Wahl sind. Stattdessen soll laut Laudamus eine möglichst niederschwellige und attraktive Form der Jugendbeteiligung entstehen, die nach Interessen und Bedürfnissen fragt.

Fragebogen erstellt

Weil wegen der Corona-Krise Formate in Präsenz nicht möglich waren, arbeitete die Verwaltung einen Fragebogen aus, der an die Schüler der achten und neunten Klassen des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums und der Willy-Brandt-Realschule verteilt wurde.

Die inzwischen vorliegende Auswertung zeigt, dass die Befragten an Königsbach-Stein vor allem die Natur und die guten Einkaufsmöglichkeiten schätzen. Zu kritisieren haben viele überhaupt nichts. Wenn Kritik geübt wird, dann vor allem an schlechten Busverbindungen nach Bretten und Neulingen sowie an überfüllten Bussen.

Folglich gehören Verbesserungen in diesem Bereich neben einem Jugendzentrum und einem Schwimmbad auch zu den meistgenannten Wünschen. Aktiv an der Kommunalpolitik mitwirken wollen drei von vier Befragten zwar nicht, aber das ist laut Laudamus kein ungewöhnliches Ergebnis.

Schwimmbad gewünscht

Der Ordnungsamtsleiter will die Jugendbeteiligung weiter vorantreiben. In einem nächsten Schritt sollen die achten und neunten Klassen nun weitere Ideen und Anregungen erarbeiten und Vertreter bestimmen, die die Vorschläge bei einem offenen Jugendforum mit anderen interessierten Jugendlichen diskutieren und dabei auch neue Ideen erarbeiten. Direkt danach soll der Austausch mit dem Gemeinderat und Vertretern der Verwaltung folgen.

Laudamus hofft, dass sich so Projekte herauskristallisieren, die grundsätzlich umsetzbar wären. Im Idealfall fänden sich auch Jugendliche, die bei der Umsetzung mitwirken möchten. Moderiert werden soll das Jugendforum vom Kreisjugendring.