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08.06.2009

Junge Rindviecher sind weiter auf der Flucht

KÖNIGSBACH-STEIN. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt: Sieben Jungrinder, die am Sonntagnachmittag von einem Gehöft in Königsbach ausgerissen sind. Und die Chancen, sie schnell wieder zu finden, stehen nicht gut: „Das kann Tage oder Wochen dauern, wir brauchen Geduld und Zeit“, meint Josef-Martin Wernert, der den Hof mit seinem Bruder Georg bewirtschaftet.

Insgesamt 16 Jungtiere sind von der Weide geflüchtet. Grund sei ein Gewitter gewesen, ist sich Wernert sicher. „Der Donner hat sie erschreckt und da haben sie alles niedergetrampelt, was im Weg war.“ Selbst ein Zaun und Stacheldraht konnte sie nicht aufhalten. Schließlich seien die Tiere erst ein halbes Jahr alt und hätten zum ersten Mal auf der Weide gestanden.

Bis in die Nacht hielten die Ausreißer die Polizei auf Trab. Brenzlig wurde es, als sie sich bei der Straße oder den Bahngleisen aufhielten. Die Stadtbahn musste einige Male im Schritt-Tempo an Königsbach vorbeifahren. Gestern musste die Strecke sogar kurzfristig gesperrt werden, weil sich ein erschöpftes Rind dort niedergelassen hatte. Schon am Sonntag hatte man sich deshalb darauf verständigt, auf die Tiere zu schießen, sollten sie den Gleisen oder der Straße zu nahe kommen.

Insgesamt wurden drei Rinder von Jägern abgeschossen. Was die Brüder Wernert jedoch ärgert: Als die Schüsse fielen, hätten die Tiere niemanden gefährdet. „Das war auf einer gemähten Wiese etwa einen Kilometer von den Gleisen entfernt“, ärgert sich Josef-Martin Wernert. Seiner Meinung nach hätte man auf die Schüsse verzichten können.
Mittlerweile sind sechs Tiere wieder zurück im Stall. Sie wurden zum Teil eingefangen, zum Teil von Mitarbeitern des Pforzheimer Wildparks betäubt. „Es geht ihnen gut“, so Wernert.

Sollte jemand eines der flüchtigen Tiere entdecken, rät er zu Besonnenheit: Die Rinder – es handelt sich übrigens um weibliche Tiere – in Ruhe lassen und die Polizei verständigen. „Und vor allen Dingen: Keine Hunde auf sie hetzen.“