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Salim Gakou (rechts) und Gerd Göhringer. Foto: Lorch
Salim Gakou (rechts) und Gerd Göhringer. Foto: Lorch
26.01.2017

Jungem Gambier droht trotz Lehrvertrag Abschiebung

Karlsbad/Karlsruhe. Wenn es nach den deutschen Behörden – Regierungspräsidium Karlsruhe, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Verwaltungsgericht Karlsruhe – geht, ist der „Fall“ Salim Gakou bald abgeschlossen.

Für den 20-jährigen jungen Mann aus Gambia wäre es eine individuelle Katastrophe – und für seine Freunde und Kollegen eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. „Sie haben sich im Zeitraum vom 30. Januar bis 3. Februar jeweils von 2.30 bis 4.30 Uhr in der Ihnen zugewiesenen Unterkunft zur Abschiebung bereitzuhalten“, heißt es in einem Schreiben des Regierungspräsidiums Karlsruhe, dass dem Gambier vor drei Tagen zuging. Gakou ist einer dieser „Dublin“-Fälle: Asyl muss dort beantragt werden, wo die Flüchtlinge aus aller Welt als erstes ihren Fuß auf EU-Boden setzen – und das ist in Gakous Fall Italien.

Dann hat sich erübrigt, was das Landratsamt Karlsruhe in einer Presseinformation von vor einem Monat als „Beispiel gelungener Integration“ bezeichnete: ein sprachbegabter, fleißiger und höflicher Mann, der sich eine Ausbildungsstelle sucht, den Chef während eines Vor-Praktikums voll überzeugt, einen Lehrvertrag zum Einzelhandelskaufmann erhält, zweimal in der Woche von Ittersbach mit der Bahn nach Karlsruhe in die Berufsschule fährt, sich ehrenamtlich engagiert – und nun abgeschoben werden soll, weil er nicht in Italien Asyl beantragte, sondern zwei Wochen später in Deutschland, wo bereits Freunde von ihm lebten.

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