Justiz will Entschädigung im Fall Wörz schnell abschließen
Harry Wörz kann in den kommenden Monaten mit einer abschließenden Entscheidung zu der von ihm verlangten Haftentschädigung rechnen. 

Justiz will Entschädigung im Fall Wörz schnell abschließen

Karlsruhe. Das Justizopfer Harry Wörz kann in den kommenden Monaten mit einer abschließenden Entscheidung zu der von ihm verlangten Haftentschädigung rechnen. Bis März werde ein Gutachten zu materiellen Ansprüchen wie einer Erwerbsunfähigkeitsrente erwartet, sagte Generalstaatsanwalt Uwe Schlosser am Freitag in Karlsruhe. «Wenn das Gutachten mängelfrei ist, werden wir dann die abschließende Entscheidung treffen.»

Sind 25 Euro Entschädigung pro Hafttag für einen unschuldig Verurteilten genug?
5%
92%
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Davon sei ein Anteil von drei Viertel des Haftkostenbeitrags für Unterkunft und Verpflegung abzuziehen, sagte Schlosser. Hier sei die Generalstaatsanwaltschaft an die Vorschriften gebunden, erklärte er und fügte hinzu: «Sonst würde ich mich der Untreue schuldig machen.»

Drastisch gestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der Auslieferungsverfahren bei Straftaten. Bearbeitet wurden 191 Fälle - 47 Prozent mehr als 2012, wie Schlosser mitteilte. Ursache dieser Entwicklung sei die zunehmende Verbreitung des Europäischen Haftbefehls (EuHB). «Das hat sich sehr bewährt und funktioniert auch mit den osteuropäischen Ländern gut», sagte Schlosser. In deutlich mehr als 90 Prozent der Fälle werde auch ausgeliefert.