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Die letzten Putzarbeiten vor der Winterpause erledigt Mitarbeiterin Meike Dippon. Foto: Meyer
Ein Wirrwarr für den Laien, Alltag für den Betriebsleiter des Neuenbürger Freibads Nicki Talmon: die Filteranlage des Wassers. Sie wird wenige Tage nach der offiziellen Schließung und nach ihrer Säuberung ausgeschaltet. Foto: Meyer
Auch das Volleyball-Netz muss vom Betriebsleiter abgebaut werden. Foto: Meyer
Auch das Volleyball-Netz muss vom Betriebsleiter abgebaut werden. Foto: Meyer
Auch das Volleyball-Netz muss vom Betriebsleiter abgebaut werden. Foto: Meyer
14.09.2018

Kalte Tage können kommen: So macht sich ein Freibad winterfit

Neuenbürg. Mit dem Ende der Sommerferien ist fast überall in der Region auch das Ende der Freibadsaison gekommen. Sämtliche technische und sanitäre Anlagen müssen gesäubert, Sportgeräte abgebaut werden. Was sonst noch alles zu tun ist, damit ein Bad für den Winter fit ist, erklärt die „Pforzheimer Zeitung“ am Beispiel des Neuenbürger Freibads.

Das Gelände mit seinen weitläufigen grünen Wiesen ist leer. Sitzbänke, Umkleiden und Schwimmbecken sind verlassen. Am Kiosk wartet niemand auf ein erfrischendes Eis oder eine heiße Portion Pommes. Auch am Kassenhäuschen ist keine Menschenseele mehr zu sehen. Außer einem leisen Wasserplätschern und Vogelgezwitscher ist nichts zu hören. Es herrscht eine für diesen Ort durchaus ungewohnte Stille. Eine Stille, die Nicki Talmon, der Betriebsleiter des Neuenbürger Freibads, in den letzten 20 Wochen nur selten erlebt hat – und wenn, dann nur morgens vor der Öffnung und abends nach der Schließung seines Bades oder an ganz verregneten Tagen.

Bildergalerie: Neuenbürger Freibad macht sich winterfit

In den Wochen von Mai bis September herrscht im Freibad Hochbetrieb: „Über 51.000 Besucher haben wir in dieser Saison begrüßt“, sagt Talmon. Da sei einiges los gewesen. Das ist jetzt anders. Seit Montag ist das Freibad zu. Baden geht dort niemand mehr. Doch wer denkt, dass die fast dreitausend Kubikmeter Wasser aus dem Schwimmer- und Kinderbecken ganz einfach abgelassen und die Türen bis zum Frühjahr geschlossen werden, liegt falsch. „Insgesamt sind wir jetzt noch ungefähr vier bis sechs Wochen damit beschäftigt, das Bad winterfest zu machen“, erklärt der Betriebsleiter: „Wir müssen beispielsweise noch warten, bis das Laub der Bäume komplett abgefallen ist.“ Dann dauere es noch einmal zehn bis 14 Tage bis es zusammengefegt und weggebracht sei. Wenn Talmon von „wir“ spricht, meint er sich und seine beiden Kollegen Meike Dippon und Klaus Hartmann. Zu dritt bestreiten sie die „Einwinterung“, wie Talmon es nennt.

Putzarbeiten gehören einfach dazu

Am Beckenrand hält Dippon mit dem Wasserschlauch auf die Bodenplatten. Sie hat dabei stets Gummistiefel an – klar, denn wenn das Wasser auf dem Boden prallt, spritzt es in alle Richtungen. In diesem Jahr hat das Team vor allem mit den gelbgrünen Harz-Flecken auf dem Steinweg zu kämpfen, die die Nadelbäume hinterlassen haben. „Selbst unser sehr gutes Putzmittel kam dagegen nicht an“, sagt der Betriebsleiter. Da müsse noch einiges an Energie investiert werden.

Hartmann kümmert sich währendessen um die Mülltonnen des Freibades. Talmon zuckt mit den Schultern: „Auch sie müssen geputzt und über den Winter verstaut werden. Das gehört eben auch zu unserem Job dazu.“ Schlimm sei es für ihn in keinster Weise. Putzarbeiten fallen im Freibad selbstverständlich nicht nur nach der Schließung an. Sie müssen auch während des Betriebs tagtäglich erledigt werden. Für die Wasserfilteranlage steht der Großputz an: „Nach der Saison werden alle drei Filter mehrfach gespült“, erklärt Talmon. Benutzt werde dafür das Wasser aus den Schwimmbecken mit all seinen Inhaltsstoffen wie beispielsweise dem Chlor. „Damit auch wirklich jeder letzte Dreck raus ist.“ Erst nach einigen Tagen werde die Anlage dann abgeschaltet. Im Filterraum ist es daher um einiges lauter als auf dem übrigen Gelände. Ein lautes Brummen ist in den verwinkelten Raum zu hören, der sich in einem kleinen Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Kinderplanschbecken befindet. Unzählige Rohre verlaufen dort kreuz und quer. Ein Wirrwarr für den Laien, aber ein durchaus funktionierendes System für Talmon, der sich dort blind auskennt. Wichtig, denn ohne die Filteranlage könne er sein Bad nicht öffnen. Das schreiben die Gesetze so vor.

Schlecht beraten wäre er, wenn er, wie in Bädern anderorts, über den Winter das Wasser aus dem Schwimmerbecken ablassen würde. „Wir stehen hier im Tal im Grundwasserspiegel“, sagt Talmon und erklärt weiter: „Wenn ich hier das Wasser ablassen würde, würde sich das ganze Becken durch Druckaufbau anheben. Das muss man sich ähnlich wie einen mit Luft gefüllten Kanister vorstellen, den man unter Wasser zieht.“

Eine gute Lagerung ist das A und O

Also bleibt das Wasser drin. Das Becken ist mit einer großen blauen Plane abgedeckt. Darin sind sogenannte schwimmende Eispolster – also Kanister aus Kunststoff. „Sie werden sobald das Wasser gefriert zusammengedrückt und verhindern, durch einen Druckausgleich dass Frostschäden am Becken entstehen,“ erklärt der Betriebsleiter. Das Kinderbecken ist leer. Hier spiele das Grundwasser keine Rolle. Die Duschen in den sanitären Anlagen sind bereits abmontiert und stehen angelehnt an einer Wand. Das Volleyballnetz und das Holz der Sitzbänke seien als Nächstes dran. All dies müsse gut und vor allem auch warum und trocken verstaut werden, damit nichts kaputt gehe, und alles in der kommenden Saison wieder eingesetzt werden kann.

Und was passiert nach der Einwinterung? Das lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.