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Chemieunfall in Wimsheim. © Ketterl
12.11.2015

Kampf gegen giftige Gase: Chemieunfall in Wimsheimer Firma

Wimsheim. Aus noch ungeklärter Ursache ist es am Donnerstagnachmittag um 16.14 Uhr auf dem Gelände einer Firma in der Daimlerstraße zu einer heftigen chemischen Reaktion, in deren Folge eine gelb-rote Gefahrstoffwolke freigesetzt wurde. Nach ersten Erkenntnissen waren Mitarbeiter der Firma mit dem Reinigen von Metallrohren beschäftigt, wobei eine Reinigungssäure verwendet wurde.

Die Rauchwolke enthielt nach Messungen der Feuerwehr nitrose Gase, die bei entsprechender Konzentration giftig sind und aufgrund ihres stechenden Geruchs Atemwegreizungen hervorrufen können. Durch die Einsatzleitung wurde ein Gefahrenbereich von 100 Metern festgelegt. Die betroffene Firma und zwei angrenzende Firmen wurden evakuiert. Außerdem wurden die Zufahrtsstraßen in das Industriegebiet, in dem die Firma ihren Sitz hat, sowie die angrenzende Landesstraße 1175 und die Kreisstraße 4565 bis 18.25 Uhr gesperrt. Die beiden Straßen verbinden Wimsheim mit Friolzheim und Tiefenbronn. Die Anwohner wurden durch Hinweise im Verkehrswarnfunk und Lautsprecherdurchsagen auf die Gefahrensituation aufmerksam gemacht und gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Feuerwehr bekämpfte die Rauchwolke mit einem Wassernebel bis die chemische Reaktion abgeklungen war. Fortlaufende Gefahrstoffmessungen außerhalb des unmittelbaren Unfallortes verliefen negativ. Die Einsatzmaßnahmen dauerten bis 20 Uhr an. Drei Menschen, die über Atemwegsreizungen klagten, wurden vom Rettungsdienst vor Ort ambulant versorgt. Auch mehrere Einsatzkräfte, die Erstmaßnahmen am Unfallort trafen, wurden vorsorglich ärztlich untersucht.

60 Feuerwehrleute verschiedener Wehren, darunter zwei Gefahrgutzüge, waren unter Leitung des Kreisbrandmeisters und des örtlichen Kommandanten im Einsatz. Der Rettungsdienst schickte neben dem Organisationsleiter und dem Leitenden Notarzt auch einen weiteren Notarzt und drei Rettungswagen sowie 18 ehren-amtliche Helfer des DRK an die Einsatzstelle. Die Ermittlungen zur Ursache des Unfalls werden durch die Abteilung Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Karlsruhe übernommen.