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Auf der Brauerstaffel, die in Pforzheim von der Wilferdinger Straße zur Hachelallee hinaufführt und nach dem Dichter Eduard Brauer benannt ist, liest Jirí Hönes aus der ledergebundenen Originalausgabe von 1858 Brauers Gedicht „Die 400 Pforzheimer“.
Auf der Brauerstaffel, die in Pforzheim von der Wilferdinger Straße zur Hachelallee hinaufführt und nach dem Dichter Eduard Brauer benannt ist, liest Jirí Hönes aus der ledergebundenen Originalausgabe von 1858 Brauers Gedicht „Die 400 Pforzheimer“. © Seibel
08.01.2016

Karte, Videos, Gedichte: Klicken Sie sich durch das Land der Heimatdichter

Enzkreis. Vor gut 150 Jahren waren die Dichter in der Region in Hochform: In Sagenballaden priesen sie die ruhmreichen Taten edler Landsleute und die Schönheit der Landschaft. Hobby-Literaturforscher Jirí Hönes hat mit „Heimatstark“ einige der Original-Schauplätze der Gedichte im Nordschwarzwald besucht. Dort hat der Mönsheimer einiges zu den Dichtern und zur Geschichte erzählt – und die dazugehörigen Gedichte gelesen. Die Videos dazu gibt’s hier auf PZ-news.

Tiefe Täler, dunkle Wälder. Mystisch, verwunschen. „Der Schwarzwald ist prädestiniert für Sagen“, sagt Jirí Hönes. Entsprechend aktiv hätten sich auch die lokalen Dichter Mitte des 19. Jahrhunderts ihrer Heimat gewidmet. Auf die hat sich der Mönsheimer bei seinen heimatkundlichen und literaturgeschichtlichen Forschungen spezialisiert: „Das waren die kreativen Jahre.“ Mit „Heimatstark“ war er in Pforzheim, im Hagenschieß und im Nagoldtal auf den Spuren von Eduard Brauer, Karl Doll und Eduard von Seckendorff unterwegs.

Eduard Brauer hat unter anderem die Ballade "Die 400 Pforzheimer" oder "Die Spieleiche im Hagenschießwald" verfasst. Karl Doll war in Calw aktiv und hat die Ruine Waldeck bei Kentheim in seinem Sonett "Märchen" verewigt. Eduard von Seckendorff, der ebenfalls in Calw wirkte, schrieb unter anderem "Die 3 Kreuze bei Stammheim". In der Region haben aber im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch noch ganz andere Dichter ihr Spuren hinterlassen: Eduard Mörike, der mit dem Wimsheimer Pfarrer Hartlaub befreundet und zeitweise in Mönsheim zu Gast war, schrieb „An Frau Pauline v. Phull-Rieppur auf Ober-Mönsheim“. Ludwig Uhland verewigte Heimsheim in „Drei Könige zu Heimsen“. Justinus Kerner war in Badearzt in Wildbad und schrieb über Hirsau. Rudolf Magenau widmete sich Maulbronn. In Straubenhardt dichtete Wilhelm Ganzhorn „Im schönsten Wiesengrunde“. Robert Winter schrieb „Die Leuchtertanne“ in Unterreichenbach und Julius Hetterich „Das Lichtlein auf dem St. Annaberge bei Altensteig“. Paul Langhammer dichtete in Pforzheim.

Mehr zu den Geschichten, die hinter den Gedichten stecken und zu den Dichtern, die teils schräge Vögel waren, lesen Sie am Samstag in der "Pforzheimer Zeitung".