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Einen Blick in die restaurierten Kirchenbücher werfen Caroline Gerken und Alexander Morlock (sitzend) sowie Rügen Leicht und Pfarrer Wolfgang Kribl (stehend von links). Foto: Fux

Katholische Kirchengemeinde Biet erhält Register für die Nachwelt

Neuhausen. Nun sind die drei ältesten Kirchenbücher der ehemaligen Pfarreien Neuhausen und Schellbronn, die für 5200 Euro monatelang restauriert wurden, wieder brand- und einbruchsicher im Stahlschrank der katholischen Kirchengemeinde Biet verwahrt. Restauratorin Caroline Gerken hatte in mühevoller Kleinarbeit, die teilweise dicken Schmöker, die beispielsweise Aufschluss über Geburten, Taufen, Trauungen und Sterbefälle aus den Orten Neuhausen, Hamberg, Steinegg, Lehningen, Schellbronn und Hohenwart von Mitte des 17. Jahrhunderts bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts geben, wiederhergestellt.

Die ältesten Taufeinträge sind von 1649. Der erste Eintrag stammt aus Schellbronn und ist vom Mai 1649. Eingetragen ist ein Kind: „Johannes“. Als Eltern werden Michael und Catharina Morlock genannt. Der Familienname kommt bis heute oft in Neuhausen vor. Alexander Morlock muss schmunzeln, zwar hat der Eintrag nichts mit seiner Familie zu tun, aber Morlock, der hauptberuflich im Stadtarchiv Stuttgart arbeitet, betreut ehrenamtlich die Pfarrarchive der Kirchengemeinde Biet. Auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rügen Leicht hat einen ortstypischen Nachnamen und ist froh, dass der Pfarrgemeinderat die Restaurierung der Bücher unterstützt und diese für die Nachwelt erhält. Pfarrer Wolfgang Kribl hofft auf Spenden.

„Da die standesamtliche Überlieferung in den badischen Rathäusern erst 1870 einsetzt, gehören die Kirchenbücher zu den wichtigsten Quellen für die Erforschung personenbezogener Daten und sind somit für die Familienforschung unentbehrlich“, betont Morlock. Doch an den oft benutzten Aufzeichnungen nagte der Zahn der Zeit. Blattkanten waren abgebrochen, Blätter lose, Wasserschäden, Tintenfraß und vieles mehr machten sich breit. „Früher wurde säurefreies Papier aus Lumpen verwendet“, sagt Restauratorin Gerken, die Japanpapier einsetzt oder das Papier selbst schöpft und so die Bücher wieder auf Vordermann brachte.