Katze dreht Herdschalter um und löst Brand aus

NIEFERN-ÖSCHELBRONN. Eine Katze hat in Niefern einen Brand verursacht, weil sie einen Elektroherd einschaltete. Das hat die Untersuchung von Sachverständigen ergeben. Das Tier war in der verqualmten Wohnung erstickt.

Bei der Feuerwehr Niefern-Öschelbronn, die am 6. März den Brand in der Nieferner Schlossstraße gelöscht hatte, stößt das Gutachten zur Ursache auf verblüfftes Staunen. „Elektriker haben mir schon erzählt, dass Ratten für Probleme sorgen können, wenn sie in Sicherungs-
kästen unterwegs sind“, sagt Kommandant Michael Szobries, „aber eine Katze, die einen Herd einschaltet – das muss man wohl erst öfter erlebt haben, ehe man es fassen kann.“

Genau das ist aber nach der Untersuchung des Diplomchemikers Dr. Dag Leine in Niefern passiert. Die betroffene Wohnung war bis auf die Katze leer. Die Bewohner steckten mitten in einer Renovierung und waren unterwegs, um im Baumarkt Farbe zu besorgen. Das Wohnzimmer war dafür ausgeräumt worden. Die Musikanlage hatte man in der Küche zur Seite gestellt – auf den Herd. Dass die Bewohner dieses Gerät aber absichtlich oder versehentlich selbst aufgedreht haben, sei unmöglich, so der Sachverständige vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung, der von der Versicherung hinzugezogen worden war: „Die zeitlichen Angaben der Bewohner waren überzeugend“, sagt Dr. Leine. Die Schalter des Herdes seien relativ leicht zu drehen und einfach an der Front des Geräts angebracht gewesen. „Nach unserer langjährigen Erfahrung schaffen Katzen so etwas schon manchmal“, so der Sachverständige. Zwei oder drei glaubhafte Fälle habe er erlebt. Gefunden wurde die Katze von der Nieferner Feuerwehr nicht am Brandherd in der Küche, sondern im leeren Wohnzimmer. Weil aber wegen der Renovierung die Türen in der Wohnung fehlten, habe das Tier keinen Schutz vor dem giftigen Qualm finden können, als die Musikgeräte auf dem heißen Herd brannten. Der dichte Rauch zog durch alle Räume. „Die Katze ist leider erstickt“, sagt Szobries.

Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf rund 45 000 Euro. Die Versicherung wollte zu dem Fall gestern noch nicht Stellung nehmen und den Stand der Dinge erst noch einmal nachprüfen. Schließlich sei eine Katze als Brandverursacherin alles andere als alltäglich, so eine Sprecherin.

Kreisbrandmeister Ingbert Fürtsch kann das zwar nur unterstreichen. Allerdings rät er dazu, in der Küche Hauptschalter anzubringen, die „bis auf den Kühlschrank und etwa die Spülmaschine alle Geräte abschalten.“ Das sei ein zusätzlicher Schutz, der nicht viel koste. „Auch wenn ich so etwas von Katzen noch nicht gehört habe“, so Fürtsch – „dass Kinder mit Elektrogeräten Brände auslösen, das passiert immer wieder.“